Ex-CIA-Offizier: CENTCOM schaltet den Krisenmodus ab – Steht Washington kurz vor einem historischen Rückzug?

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Während die Öffentlichkeit weiterhin auf neue militärische Eskalationen im Persischen Golf blickt, zeichnet sich hinter den Kulissen offenbar eine völlig andere Entwicklung ab. Nach Angaben des ehemaligen CIA-Analysten Larry Johnson hat das US-Zentralkommando (CENTCOM) einen entscheidenden Teil seines permanenten Krisenstabs abgeschaltet – ein Schritt, der nach seiner Einschätzung darauf hindeutet, dass Washington derzeit keine größeren Militärschläge gegen den Iran mehr vorbereitet.

Sollte sich diese Einschätzung bestätigen, wäre dies eine bemerkenswerte Kehrtwende. Noch vor wenigen Wochen hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, auf jeden iranischen Angriff auf Schiffe in der Straße von Hormus mit Angriffen auf iranische Infrastruktur zu reagieren. Tatsächlich griff Iran in den vergangenen Tagen mehrfach Schiffe an – eine militärische Vergeltung der USA blieb jedoch aus.

Das wichtigste Signal kommt aus CENTCOM

Johnson verweist auf Informationen aus eigenen Quellen innerhalb des US-Militärs. Demnach wurde das sogenannte Crisis Action Team (CAT) des US-Zentralkommandos deaktiviert.

Dieser rund um die Uhr arbeitende Krisenstab koordiniert normalerweise sämtliche laufenden Militäroperationen. Dort arbeiten Vertreter von Heer, Marine, Luftwaffe, Marineinfanterie, Nachrichtendiensten, Logistik und Operationsplanung in Zwölf-Stunden-Schichten – sieben Tage pro Woche. Wird dieser Apparat heruntergefahren, ist das nach Johnson ein starkes Indiz dafür, dass keine unmittelbar bevorstehenden größeren Militäraktionen geplant sind.

Warum zieht Washington plötzlich die Bremse?

Johnson nennt mehrere mögliche Gründe.

An erster Stelle steht der militärische Nutzen weiterer Angriffe. Nach seiner Einschätzung würden neue Luftschläge Irans Politik kaum verändern, gleichzeitig aber wertvolle Langstreckenwaffen verbrauchen, deren Bestände bereits stark geschrumpft seien.

Hinzu komme die Gefahr einer massiven iranischen Vergeltung gegen Saudi-Arabien, Katar, Bahrain, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate. Nach Johnson habe Teheran diesen Staaten bereits konkrete Ziellisten übermittelt. Besonders Saudi-Arabien und Katar hätten Washington deshalb eindringlich aufgefordert, auf weitere Angriffe zu verzichten.

Die USA kämpfen offenbar mit Waffenmangel

Besonders bemerkenswert sind Johnsons Aussagen zur militärischen Lage der Vereinigten Staaten.

Er verweist darauf, dass selbst Präsident Trump inzwischen eingeräumt habe, dass Patriot-Abwehrraketen knapp seien. Der ehemalige CIA-Offizier geht noch weiter und argumentiert, dass zahlreiche Präzisionswaffen auf Jahre hinaus nicht schnell genug ersetzt werden könnten.

Ein Grund dafür seien Chinas Exportbeschränkungen bei mehreren strategisch wichtigen Seltenen Erden. Nach Johnson hängen rund 78 Prozent der modernen US-Waffensysteme direkt oder indirekt von diesen Rohstoffen ab.

Auch Diesel und Flugzeugtreibstoff werden zum Problem

Johnson sieht nicht nur militärische Engpässe.

Er verweist auch auf wachsende Probleme bei Diesel und Flugzeugtreibstoff. Eine Ausweitung der militärischen Operationen würde nach seiner Einschätzung die ohnehin knappen Ressourcen zusätzlich belasten.

Gleichzeitig schwäche sich die Weltwirtschaft ab. Für Washington werde es deshalb immer wichtiger, die Straße von Hormus möglichst schnell wieder für den internationalen Schiffsverkehr zu öffnen.

Iran bleibt bei seinen Forderungen

Nach Johnson hat sich die iranische Position währenddessen nicht verändert.

Jedes Schiff müsse vor der Durchfahrt durch die Straße von Hormus umfangreiche Angaben über Schiff, Ladung, Besatzung und Zielhafen machen. Erst danach entscheide die iranische Revolutionsgarde über eine Genehmigung. Nicht genehmigte Schiffe müssten nach iranischer Darstellung mit Angriffen rechnen. Darüber hinaus halte Teheran an Transitgebühren fest und fordere die vollständige Aufhebung der Sanktionen sowie die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, bevor einer vollständigen Öffnung der Meerenge zugestimmt werde.

Pakistan wird zum wichtigsten Vermittler

Eine zentrale Rolle spielt nach Darstellung des Gesprächs inzwischen Pakistan.

Gemeinsam mit Katar vermittle Islamabad zwischen Washington und Teheran. Beide Gesprächspartner gehen davon aus, dass die USA inzwischen nur noch über wenige Handlungsmöglichkeiten verfügen und letztlich auf eine Rückkehr zum ursprünglichen Memorandum mit Iran angewiesen sein könnten.

Neues Verteidigungsbündnis verändert das Machtgefüge

Parallel dazu wurde ein neues Verteidigungsabkommen zwischen Pakistan, Saudi-Arabien und der Türkei unterzeichnet.

Nach Angaben der Gesprächspartner orientiert sich das Bündnis teilweise an der NATO und enthält sogar eine Art gegenseitige Beistandsklausel. Während manche Beobachter dies als Signal gegen Iran interpretieren, sieht Johnson darin eher eine neue regionale Sicherheitsarchitektur, die sich auf die Zeit nach einem möglichen Rückzug der USA vorbereitet.

Steht der Nahe Osten vor einem historischen Umbruch?

Der zweite Gesprächspartner geht noch einen Schritt weiter.

Nach Informationen seiner Quellen rechnet er bereits in den kommenden Tagen mit einer politischen Einigung zwischen Washington und Teheran. Pakistan übernehme dabei die zentrale Vermittlerrolle. Anschließend könnten Gespräche in Genf folgen, bei denen JD Vance für die Vereinigten Staaten verhandeln soll. Ziel sei die Wiederaufnahme des zuvor gescheiterten Abkommens zwischen den USA und Iran.

Darüber hinaus interpretiert er das neue Verteidigungsbündnis zwischen Pakistan, Saudi-Arabien und der Türkei als Vorbereitung auf eine Zeit, in der die Vereinigten Staaten ihren Einfluss im Nahen Osten schrittweise verlieren. Pakistan und Iran könnten dabei – mit Unterstützung Chinas – zu den dominierenden Regionalmächten aufsteigen.

Fazit

Das Gespräch zeichnet das Bild eines tiefgreifenden geopolitischen Wandels. Nach Darstellung der beiden Gesprächspartner sprechen mehrere Entwicklungen gleichzeitig dafür, dass Washington militärisch, wirtschaftlich und diplomatisch unter zunehmendem Druck steht: die Deaktivierung des CENTCOM-Krisenstabs, Engpässe bei Präzisionswaffen und Treibstoff, die wachsende Vermittlerrolle Pakistans sowie neue regionale Bündnisse.

Ob sich daraus tatsächlich eine historische Machtverschiebung ergibt, bleibt offen. Fest steht jedoch: Sollte es in den kommenden Tagen zu einer Einigung über die Straße von Hormus und zu neuen Verhandlungen zwischen den USA und Iran kommen, könnte dies den Beginn einer neuen Sicherheitsordnung im Nahen Osten markieren – mit Folgen weit über die Region hinaus.

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