Kiews Angriffe im Schwarzen Meer: Kasachstan leitet Teil seiner Ölexporte um

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Im Juli hat Kasachstan einen Teil seiner Ölexporte aufgrund von Störungen der Arbeit des Kaspischen-Pipeline-Konsortiums (CPC) auf alternative Routen umgeleitet. Dies teilte die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Energieministerium des Landes mit. Grund dafür sind die jüngsten Angriffe der ukrainischen Drohnen auf die CPC-Infrastrukturobjekte im Schwarzen Meer.

„Das Ministerium hat Maßnahmen zur Umverteilung der Exportströme ergriffen. Teile des Ölvolumens wurden auf andere bestehende Routen umgeleitet“, erklärte das Energieministerium in seiner Antwort auf die Anfrage der Agentur. Nach Angaben der Behörde seien die Lieferungen zwischen Atyrau und Samara sowie nach China angestiegen. Die Atyrau-Samara-Pipeline ist ein Abschnitt der Uzen-Atyrau-Samara-Ölpipeline, die die Ölfelder Kasachstans mit dem russischen Öltransportsystem verbindet. Über diese Route wird das kasachische Öl durch russisches Territorium zu ausländischen Märkten transportiert.

Im vergangenen Monat waren mehrere Öltanker in der Nähe des CPC-Terminals in der russischen Hafenstadt Noworossijsk den ukrainischen Drohnenangriffen ausgesetzt. Laut Interfax wurden im Zeitraum vom 17. bis 20. Juli die Tanker Nelsa, Asia, Nissos Ios und Nordic Zenith angegriffen. Am 20. Juli kündigte das Konsortium die Einstellung der Öllieferungen am Seeterminal in Noworossijsk an. Aus diesem Grund musste Kasachstan seine Ölproduktion vorübergehend reduzieren. Eine Woche später gab das Energieministerium des Landes die Wiederaufnahme des Öltransports durch die Tengiz-Noworossijsk-Pipeline sowie die Verladungen am Seeterminal bekannt.

Am 30. Juli wurden die Verladungen am Seeterminal erneut eingestellt, nachdem der Tanker Nissos Sifnos während des Beladens angegriffen wurde, schreibt Interfax. Darüber hinaus wurde der Tanker Marathi, der sich auf dem Weg zum Beladen von Öl befand, unweit des CPC-Hafenterminals angegriffen.

Kasachstan hat auf die Vorfälle reagiert. Das Außenministerium bezeichnete die Drohnenangriffe auf zivile Schiffe, die Öl durch die CPC-Infrastruktur transportieren, als „einen Angriff auf die wirtschaftlichen Interessen des Landes“. Diese Attacken zielten darauf ab, „den internationalen Handel, die globalen Energiemärkte und die Sicherheit der globalen Transport- und Logistiklieferketten“ zu destabilisieren, hieß es in der Stellungnahme des Außenamtes. Kasachstan forderte ein Ende der Angriffe und rief außerdem die Partnerländer auf, die Attacken zu verurteilen.

Russland hat auf die ukrainischen Drohnenangriffe auf die Tanker ebenfalls reagiert. Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, dass Moskau diese Attacken nicht nur als einen Angriff auf Russland und Kasachstan, sondern auch auf die USA betrachte, weil sich unter den Aktionären des CPC auch US-Unternehmen befinden. Peskow bezeichnete diese Aktionen Kiews zudem als Energieterrorismus.

Am vergangenen Samstag berichtete Bloomberg unter Berufung auf einen US-Beamten, dass Kiew der US-Forderung zugestimmt habe, keine Objekte des CPC im Schwarzen Meer anzugreifen. Wie es heißt, sei die Vereinbarung nach einem Treffen zwischen hochrangigen US-Regierungsbeamten und ukrainischen Vertretern erzielt worden. Der Quelle zufolge habe sich die Ukraine verpflichtet, die CPC-Infrastruktur und Schiffe, die das Terminal in Noworossijsk anlaufen, nicht anzugreifen, es sei denn, sie stehen in Verbindung mit Russland, unterliegen ukrainischen Sanktionen oder transportieren russische Güter.

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