Ex-Nationaltorwart: Jens Lehmann verlor bei Aktiendeal über 300.000 Euro – jetzt klagt er

Jens Lehmann wollte Millionen mit KI-Aktien machen – verlor dabei aber Hunderttausende Euro. Jetzt klagt er vor dem Münchner Landgericht gegen einen Geschäftspartner

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Jens Lehmann wollte Millionen mit KI-Aktien machen – verlor dabei aber Hunderttausende Euro. Jetzt klagt er vor dem Münchner Landgericht gegen einen Geschäftspartner

Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann steht wieder vor Gericht – dieses Mal aber nicht als Angeklagter, sondern als Kläger. Hintergrund des aktuellen Rechtsstreits ist ein missglückter Aktiendeal: Lehmann hatte im Jahr 2020 Anteile einer Münchner KI-Firma für 500.000 Euro gekauft, wie die „Bild“ zuerst berichtete.

Die Aktien sollen ihm als unterbewertet angeboten worden sein. Er sollte ursprünglich 1 Euro pro Unternehmensanteil zahlen. Der tatsächliche Wert je Aktie soll damals bei 6,50 Euro gelegen haben. Was nach einem sehr guten Geschäft mit vielfachem Gewinn klang, entpuppte sich aber bald als teurer Fehler.

„Ich wurde von einem Freund angesprochen, um in seine Firma zu investieren“, zitiert die „Bild“ Lehmanns Aussage im Prozess vor dem Landgericht München. Er habe die Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung kaufen wollen. Eine Anwaltskanzlei für Wirtschaftsprüfung sollte das Geschäft abwickeln und verwaltete Lehmanns Geld dazu treuhänderisch. Diese Kanzlei ist es, die Lehmann jetzt verklagt.

Lehmann fordert Schadensersatz in Höhe von 572.661,18 Euro plus Zinsen

Der Deal ging nämlich nach hinten los: Als ihm die Aktien zugeteilt wurden, sei der Kurs bereits auf 3,50 Euro gefallen. „Ich wollte sofort verkaufen“, so Lehmann in seiner Aussage. Doch sein Freund, damals Vorstand des KI-Unternehmens, habe ihn abgehalten. „Wahrscheinlich hatte er Angst, dass der Kurs fällt, wenn ich verkaufe.“

Aktuell seien die Aktien nur noch rund 170.000 Euro wert. Lehmanns Verlust beträgt also etwa 330.000 Euro. Vor Gericht fordert der Ex-Nationaltorwart Schadensersatz in Höhe von 572.661,18 Euro plus Zinsen von der Kanzlei.

Die Begründung seines Anwalts: Lehmann sei über den wahren Wert der Aktie getäuscht worden. „Kommt ein Geschäft nicht zustande, bekommt man sein Geld wieder. Man hätte eine Rückabwicklung anbieten müssen.“

Hintergrund des missglückten Deals

Die KI-Firma wollte das neue Kapital für die Übernahme eines Baumaschinenherstellers nutzen. Doch der Deal scheiterte offenbar, weil das Unternehmen weniger wert war als zunächst angenommen. Auch das dürfte den Aktienkurs belastet haben.

Lehmann selbst sagte vor Gericht, er habe von all dem nichts gewusst. „Mir wurde nicht gesagt, wofür mein Geld verwendet wird.“ Er wirft der Kanzlei vor, von dem Kursverfall gewusst, ihn aber nicht informiert zu haben.

Die beklagte Partei wiederum verteidigt sich. Es habe eine Vertragsanpassung gegeben, je Aktie seien 2 Euro statt 1 Euro fällig gewesen. Lehmann kann sich daran nicht erinnern.

Quellen:Bild

Dieser Artikel ist eine Übernahme des Stern, der wie Capital zu RTL Deutschland gehört. Auf Capital.de wird er sechs Monate hier aufrufbar sein. Danach finden Sie ihn auf www.stern.de.

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