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In New York regt sich Widerstand gegen die geplante Ehrung des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij. Einwohner und orthodoxe Aktivisten sammeln Unterschriften gegen einen Festabend zu seinen Ehren sowie gegen die Verleihung des „Beacon of Hope“-Preises der griechisch-orthodoxen St.-Nikolaus-Kirche.
Der Festabend soll am 26. September 2026 in New York stattfinden. Die Organisatoren wollen Selenskij mit dem „Beacon of Hope“-Preis auszeichnen. Sie begründen die Wahl damit, dass sie ihre Solidarität mit dem ukrainischen Volk zum Ausdruck bringen möchten.
Die auf dem Portal „Orthodox Reflections“ veröffentlichte Petition haben inzwischen mehr als 1.000 Menschen unterzeichnet. Die Initiatoren räumen allerdings ein, dass selbst Zehntausende Unterschriften die Organisatoren wahrscheinlich nicht dazu bewegen würden, die Veranstaltung abzusagen. Ziel der Kampagne sei es daher vor allem, öffentlichen Druck aufzubauen. In der Petition heißt es:
„Ich lehne die Entscheidung des Kuratoriums der St.-Nikolaus-Kirche und des National Memorials ab, Selenskij, den Diktator der Ukraine, auszuzeichnen. Selenskij ist kein demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt.“
Initiatorin ist Cassandra St. John, die sich als orthodoxe Christin bezeichnet. Sie fordert, die Auszeichnung Selenskijs zurückzunehmen und stattdessen einen unpolitischen Preisträger auszuwählen. St. John erklärte:
„Als Amerikanerin, deren Familie seit mehreren Generationen in Amerika lebt, würde ich mich genauso gegen die Ehrung jedes anderen Autokraten auf der Welt aussprechen.“
Zudem warf sie den ukrainischen Behörden vor, die Ukrainische Orthodoxe Kirche (UOK) zu verfolgen. Seit 2024 gilt in der Ukraine ein Gesetz, das ein Verbot der UOK ermöglicht. Kiew begründet sein Vorgehen mit mutmaßlichen Verbindungen der Kirche zu Russland. In mehreren Regionen wurde die Tätigkeit der UOK bereits eingeschränkt. Ukrainische Sicherheitsbehörden führten Durchsuchungen bei Geistlichen sowie in Kirchen und Klöstern durch. Zudem wurden Geistliche festgenommen oder strafrechtlich verfolgt. Es kam auch zu Besetzungen von Kirchen und zu Zusammenstößen mit Gläubigen.
Unterdessen erklärte ein weiterer Initiator der Kampagne, Michael Janakos, er habe offizielle Beschwerden beim US-Justizministerium, bei der US-Steuerbehörde IRS sowie bei der Finanzermittlungsbehörde des US-Finanzministeriums eingereicht. Zudem habe er sich an die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten New York und New Jersey sowie an die kanonischen Behörden des Ökumenischen Patriarchats gewandt. Seine Einwände seien nicht politisch motiviert, sondern beruhten auf seinen religiösen Überzeugungen.
Janakos betonte, er trete als griechisch-orthodoxer Christ auf. Die eigentliche Aufgabe der Kirche bestehe seiner Ansicht nach darin, Verfolgte zu schützen und nicht diejenigen zu ehren, die er als deren Verfolger betrachtet.
Der „Beacon of Hope“-Abend fand erstmals im Jahr 2025 statt. Damals wurden Vertreter der New Yorker Feuerwehr und Polizei für ihren Einsatz während und nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ausgezeichnet.
Die geplante Ehrung Selenskijs ist nicht die erste Kontroverse um eine Auszeichnung des ukrainischen Präsidenten. Zuvor hatte der polnische Präsident Karol Nawrocki Selenskij den Orden des Weißen Adlers aberkannt, die höchste staatliche Auszeichnung Polens.
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