Rath checkt ein: Edelweiss Salzburg Mountain Resort: Ein Lebenstraum wird Spitzenhotel

Die beeindruckendsten Hotels wachsen aus einer Idee und dem Mut, sie zu verwirklichen. Das Edelweiss im Salzburger Großarltal ist so ein Haus – unser Kolumnist hat es besucht

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Die beeindruckendsten Hotels wachsen aus einer Idee und dem Mut, sie zu verwirklichen. Das Edelweiss im Salzburger Großarltal ist so ein Haus – unser Kolumnist hat es besucht

Die „Alpinbar“ ist das Herzstück dieses ganz besonderen Resorts. In ihrem wohligen Ambiente, geprägt von Naturstein, warmen Holztönen und großen Glasfronten, empfängt mich Gastgeberin Karin Hettegger zu einem Aperitif. Während Gäste auf der Terrasse den Blick auf die Bergwelt genießen, spricht sie über das Haus mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre es ihr eigenes Wohnzimmer. In dem sie sich jederzeit über Besuch freut! Gemeinsam mit ihrem Mann Peter führt Karin Hettegger das „Preferred Hotel Das Edelweiss“ seit 2018. Hinter den beiden steht eine Familie, die ebenfalls an vielen Stellen Verantwortung übernimmt – von der Gastronomie über die Haustechnik bis zur Reservierung. Gastfreundschaft ist in diesem Luxushotel definitiv „a family affair“. 

Es begann einmal im Wald

Im Jahr 1979 kaufte Peter Hettegger Senior im Alter von gerade einmal 17 Jahren gemeinsam mit seinen Eltern das Grundstück, um darauf eine kleine Pension zu errichten. Um seinen Traum verwirklichen zu können, arbeitete er als Holzknecht im Wald, während sein Vater sich am Skilift etwas Geld hinzuverdiente. Die Zimmervermietung war anfangs lediglich eine zusätzliche Einnahmequelle, doch über die folgenden Jahre und Dekaden entstand eines der heute renommiertesten Resorts in Österreich.

Mit dem Erfolg des Hotels wuchs auch die Verantwortung für die Familie. Bis heute bringt jeder seine Stärken ein: Hans Hettegger verantwortet den Bereich Food & Beverage, seine Frau Elke die Reservierung, Daniel Hettegger die Haustechnik. Alexander Hettegger war viele Jahre Küchenchef des Resorts und leitet heute die Gastronomie der nahen Ski-Lounge „Wolke 7“. Selbst Peter Junior, neun Jahre alt, begleitet seinen Vater bereits neugierig durch das Hotel. Die Hotellerie mit all ihren Facetten ist fest in der DNA dieser Dynastie codiert.

Luxus der Zurückhaltung

Beim Rundgang durch das Mountain Resort bleibe ich immer wieder stehen und entdecke kleinste, mit äußerster Sorgfalt ausgewählte Details. Der Qualitätsanspruch ist hoch, die Design-Kombination aus Stein, Altholz, hochwertigen Stoffen und großzügigen Fenstern wirkt modern, samt einem Hauch alpinem Chic. Die Lobby wird von Licht durchflutet, elegante Möbel setzen Akzente und nichts wirkt überladen oder übermäßig inszeniert. Beeindruckend ist dieses Spitzenhotel gerade dadurch, dass es nicht um jeden Preis beeindrucken will.

Vor acht Jahren wagte die Familie Hettegger den größten Schritt der Unternehmensgeschichte. Stolze acht Monate blieb das „Das Edelweiss“ geschlossen, weil das Stammhaus grundlegend modernisiert und der Berg hinter dem Gebäude aufwendig erschlossen wurde. Dort schuf man Platz für einen spektakulären Neubau, und so entstand ein Resort mit großzügigem „Mountain Spa“, neuen Suiten und weitläufigen Familienbereichen, die sich harmonisch in den Hang einfügen. Insgesamt stehen 148 Zimmer sowie Suiten zur Verfügung.

Das Haus gehört zur renommierten Vereinigung „Preferred Hotels & Resorts“ und wurde 2026 im Ranking der „101 Besten Hotels Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und Südtirols“ in der Kategorie „Luxury Family Resort“ ausgezeichnet.

Eingebettet in idyllische Bergwelt

Mein Urlaubstag beginnt auf dem „Marktplatz“, dem freundlich-hellen Frühstücksbereich des Resorts. Es erwartet mich ein kulinarischer Spaziergang durch die Alpen – regionale Zutaten, feine Brotspezialitäten und eine reichhaltige Auswahl versüßen den Start in den Tag. Wenige Minuten später bringt mich die Kieserlbahn hinauf zur „Wolke 7“, dem Bergrestaurant, das der Hettegger-Clan gemeinsam mit zwei befreundeten Gastgeberfamilien betreibt.

Während der Fahrt eröffnen sich immer neue Ausblicke über das Großarltal, auf Berggipfel und Almen. Hier oben, auf 1954 Metern Höhe, scheint der Alltag sehr weit weg. Die Küche der „Wolke 7“ setzt auf unkomplizierte Gerichte aus besten Produkten. Und ja, wenn Sie Kaiserschmarrn mögen, sollten Sie ihn hier unbedingt bestellen: herrlich luftig, goldbraun gebacken, ein Hochgenuss.

Zeit für Entspannung de luxe

Das „Mountain Spa“ des Hotels erstreckt sich über mehrere Ebenen und lenkt mit seiner Architektur – einer harmonischen Verbindung von Innen- und Außenbereichen – den Blick immer wieder auf die umliegende Bergwelt. Da wird Entschleunigung zur leichtesten Übung. Apropos: Ich habe mich für eine Einheit Reformer-Pilates entschieden, schließlich ist diese Art der Stärkung der Körpermitte seit einiger Zeit weltweit angesagt. Präzise Bewegungen, kontrollierte Atmung und eine bewusste Haltung sorgen für den wohltuenden Ausgleich. 

Anschließend genieße ich eine „Celltur“-Anwendung, eine Form der Sauerstofftherapie, die meine physische Regeneration unterstützen soll. Das Spa-Konzept setzt grundsätzlich eher auf ein bewusstes Innehalten als auf spektakuläre Wellness-Effekte. Das gefällt mir gut!

Der Traum lebt weiter

Am Abend sitze ich erneut mit Karin Hettegger zusammen, diesmal im „Sirloin Grill“. Während draußen langsam die Dämmerung über dem Großarltal einsetzt, erzählt sie von den unzähligen kleinen und großen Entscheidungen, die ihre Familie in den vergangenen Jahrzehnten getroffen hat. Trotz aller Veränderung sei eines geblieben: der Anspruch, jeden Gast so zu empfangen, wie man selbst empfangen werden möchte. Mit einem unbedingten Beharren auf Qualität – und ganz ohne plumpe Augenwischerei.

Eine Philosophie, die das „Preferred Hotel Das Edelweiss“ zu einem der führenden Resorts in Österreich gemacht hat. Und ein Konzept, das beweist, wie man Luxus klug planen und auch finanzieren kann. Diesen Traum tragen nun drei Generationen gleichzeitig in die Zukunft. Wundervoll!

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