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Von Nicolas Hulscher, MPH
Studie zu Autismus und „keinem Zusammenhang“ weist erhebliche Mängel auf
Keine wirklich ungeimpfte Kontrollgruppe, keine klinische Autismusdiagnose, keine Elternbefragungen, keine unabhängige Überprüfung der Impfunterlagen und eine eng gefasste, nach ICD-Kodierung definierte Autismusdefinition.
Eine neue Studie im „Pediatric Infectious Disease Journal“ wird von den von der Pharmaindustrie kontrollierten Massenmedien als groß angelegte Analyse mit 2,56 Millionen Kindern hervorgehoben, die einen Zusammenhang zwischen MMR-Impfung und Autismus widerlegt, doch gravierende methodische Probleme untergraben die gesamte Arbeit.
Es wurde keine wirklich ungeimpfte Kontrollgruppe herangezogen, Autismus wurde nicht klinisch diagnostiziert, Eltern wurden nicht befragt, Impfhistorien wurden nicht unabhängig überprüft, und es wurde eine eng gefasste, nach ICD-Codes definierte Definition von Autismus verwendet.
Keine echte Kontrollgruppe ohne Impfungen
Vor allem aber gab es keine echte Kontrollgruppe ohne Impfungen. Bei den Vergleichskindern handelte es sich lediglich um solche, bei denen während des relevanten Analysezeitraums keine MMR-Impfung dokumentiert war. Sie mussten nicht impfnaiv sein und konnten andere routinemäßige Impfungen im Kindesalter erhalten haben. In der Studie selbst wird berichtet, dass 62,1 % der Gesamtkohorte eine PCV-Auffrischungsimpfung erhalten hatten.
Selbst ihr MMR-Status wurde nicht unabhängig überprüft. Die Angaben zum Impfstatus stammten aus Epic-Datensätzen, einschließlich historisch dokumentierter Dosen, ohne dass eine Bestätigung durch staatliche Impfregister, Elternbefragungen oder die Überprüfung externer Unterlagen erfolgte. Das bedeutet, dass einige Kinder, die im Datensatz als „ungeimpft“ eingestuft wurden, theoretisch eine MMR-Impfung außerhalb des teilnehmenden Epic/Cosmos-Systems erhalten haben könnten, ohne dass diese Dosis erfasst wurde.
Autismus basierte auf ICD-Codes, nicht auf klinischer Beurteilung
Die Studie stützte sich ausschließlich auf elektronische Gesundheitsakten. Autismus wurde anhand des ICD-10-F84.0-Behandlungscodes definiert, nicht durch unabhängige klinische Beurteilung, ADOS-Tests, Aktenprüfung oder Elternbefragungen. Bei fast 9 % der Autismusfälle gab es nur einen einzigen Behandlungstermin mit dieser Diagnose. Der Impfstatus wurde ebenfalls aus den Epic-Unterlagen entnommen, ohne dass eine Überprüfung anhand staatlicher Register, eine Bestätigung durch die Eltern oder eine externe Aktenprüfung gemeldet wurde.
Die Forscher berücksichtigten nur den ICD-10-Code F84.0 „Autismus im Kindesalter“, einen relativ eng gefassten Diagnosecode, anstatt des breiteren Spektrums an Autismus-Spektrum-Diagnosen, die unter F84 erfasst sind.. Der von ihnen angeführte nationale Referenzwert von 3,2 % spiegelt jedoch diese breitere Definition des Autismus-Spektrums wider. Das bedeutet, dass ihre Autismusprävalenz von 2,55 % nicht direkt vergleichbar mit dem nationalen Wert von 3,2 % ist und möglicherweise Kinder außer Acht lässt, die unter anderen Kategorien des Autismus-Spektrums kodiert wurden. Die Autoren selbst erkennen diese Einschränkung an und erklären, dass zukünftige Studien das gesamte F84.-Spektrum untersuchen sollten.
Erhebliche methodische Unstimmigkeiten
Der ergänzende Anhang scheint mütterlichen Diabetes zudem anhand von O23.* zu definieren, während O23.* gleichzeitig für Infektionen des Urogenitaltrakts in der Schwangerschaft verwendet wird. Dies muss geklärt werden, da es sich entweder um einen Tippfehler oder um einen potenziellen Kodierungsfehler in der eigentlichen Analyse handeln könnte. Das Geschlecht wird im DAG der Studie ebenfalls als Störfaktor aufgeführt, fehlt jedoch im angegebenen primären Anpassungsmodell.
Unsere umfassende Studie zum Autismus deckt das größere Problem auf
Diese eng gefasste, ausschließlich auf die MMR-Impfung bezogene Analyse muss zudem vor dem Hintergrund der weitaus breiteren Evidenzbasis betrachtet werden. In unserer kürzlich veröffentlichten Arbeit Determinants of Autism Spectrum Disorder haben wir 136 Studien ausgewertet, die sich mit Impfstoffen für Kinder oder Impfstoffkomponenten befassten. Davon berichteten 29 über neutrale Ergebnisse, während 107 Ergebnisse vorlegten, die so interpretiert wurden, dass sie auf einen möglichen Zusammenhang mit ASD oder anderen neurologischen Entwicklungsstörungen hindeuten – und zwar auf der Grundlage epidemiologischer, klinischer, mechanistischer, neuropathologischer und Fallberichtsdaten.

Vor allem aber haben wir 12 Studien identifiziert, in denen tatsächlich geimpfte Kinder mit vollständig ungeimpften Kindern verglichen wurden. Diese Studien ergaben durchweg bessere allgemeine Gesundheitsergebnisse in den ungeimpften Kohorten, einschließlich eines geringeren Risikos für chronische und neuropsychiatrische Erkrankungen wie Autismus.
Das ist das grundlegende Problem bei Studien wie dieser neuen MMR-Veröffentlichung: Sie vergleichen immer wieder einen Impfstoff mit Kindern, die andere Impfstoffe erhalten haben, und stellen das Ergebnis dann als Beweis gegen einen allgemeineren Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus dar. Bislang hat noch keine Studie die kumulative Sicherheit des gesamten Impfplans für Kinder im Hinblick auf die neurologische Entwicklung bis ins spätere Kindesalter bewertet. Auf der Grundlage der bisherigen Erkenntnisse bleiben Impfungen im Kindesalter ein wesentlicher Risikofaktor für Autismus-Spektrum-Störungen.