Flugabwehr statt Autos: VW überlässt Werk in Osnabrück der Rüstungsindustrie

Die Autofabrik wird vollständig an den israelischen Finanzinvestor Aurelius und das Bundesland Niedersachsen verkauft und soll künftig Flugabwehrsysteme produzieren. Der Deal könnte ein Vorbild für weitere Fabriken werden

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Die Autofabrik wird vollständig an den israelischen Finanzinvestor Aurelius und das Bundesland Niedersachsen verkauft und soll künftig Flugabwehrsysteme produzieren. Der Deal könnte ein Vorbild für weitere Fabriken werden

VW hat das Schicksal seiner Autofabrik in Osnabrück besiegelt. Der Konzern teilte am Montagvormittag mit, das Werk werde an den israelischen Finanzinvestor Aurelius und das Land Niedersachsen verkauft. Aurelius soll Haupteigner werden, das Land einen Minderheitsanteil übernehmen. Laut der Vereinbarung, die beide Seiten meldeten, sollen künftig in dem Werk keine Autos mehr, sondern Elemente für ein Flugabwehrsystem des israelischen Staatskonzerns Rafael gebaut werden. Die Bundesregierung will dieses System voraussichtlich für Deutschland kaufen. 

Aurelius und das Land werden, wie es im Umfeld der Vereinbarung heißt, auch den Großteil der Beschäftigten der Fabrik übernehmen. Diese haben noch eine Beschäftigungsgarantie bis 2029, für die VW geradestehen soll.

Über die Zukunft der Fabrik wurde monatelang verhandelt. VW hatte das Ende der Autoproduktion dort bereits 2024 angekündigt. Das Werk, das in diesem Jahr sein 125-jähriges Jubiläum gefeiert hat, hat zuletzt das VW-Roc Cabrio hergestellt.

Osnabrück wird damit das erste Autowerk das zur Rüstungsschmiede wird. So könnte der nun verkündete Deal auch zum Vorbild für weitere VW-Fabriken werden, deren Zukunft derzeit in der Diskussion ist. VW hatte seine Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm zur Disposition gestellt, und sich gleichzeitig dafür offen gezeigt, „intelligentere Lösungen“ für die Fabriken zu entwickeln. Damit war ausdrücklich auch Rüstungsproduktion gemeint. In Osnabrück soll diese nun nicht unter der Regie des Autokonzerns stattfinden. Anderswo wäre das aber durchaus denkbar. 

„Mit der heutigen Vereinbarung machen wir einen wichtigen Schritt, um dem Werk eine neue industrielle Zukunft zu eröffnen“, sagte VW-Chef Oliver Blume laut einer Mitteilung. 

Überall bei Autoherstellern und Zulieferern wird um die Zukunft ihrer Fabriken gerungen. Gleichzeitig können Rüstungsbetriebe die Kapazitäten und die eingespielte industrielle Produktion aus der Autobranche gut gebrauchen. Daher schauen sich Rheinmetall, der Panzerfertiger KNDS und andere gerade in Autowerken um: bei den Mercedes-Nutzfahrzeugen in Ludwigsfelde oder eben in Niedersachsen.

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