Ausgerechnet unter US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hält die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC die COVID-Impfung selbst für Babys und Kleinkinder weiter im Spiel. Die am 23. September aktualisierten Empfehlungen sehen COVID-Impfstoffe bereits ab einem Alter von sechs Monaten vor – obwohl die CDC selbst einräumt, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Impfung bei Kindern ohne erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-Verlauf am ungünstigsten ist.
Für Kinder zwischen sechs Monaten und 17 Jahren mit moderater oder schwerer Immunschwäche empfiehlt die CDC die Impfung ausdrücklich. Bei allen anderen Kindern soll sie über eine sogenannte „gemeinsame klinische Entscheidungsfindung“ zwischen Eltern und medizinischem Personal erfolgen. Damit bleibt die Impfung jedoch auch für gesunde Kleinkinder Bestandteil der offiziellen CDC-Empfehlungen.
Besonders brisant: Für Kinder zwischen sechs und 23 Monaten ist Moderna Spikevax der einzige verfügbare COVID-Impfstoff. Die FDA-Zulassung gilt in dieser Altersgruppe jedoch nur für Kinder mit mindestens einer Grunderkrankung, die das Risiko eines schweren COVID-Verlaufs erhöht. Bei Kindern ohne einen solchen Risikofaktor handelt es sich laut CDC ausdrücklich um eine Off-Label-Anwendung.
Damit empfiehlt die CDC im Rahmen einer individuellen Entscheidung sogar eine Anwendung außerhalb der eigentlichen FDA-Zulassung – bei einer Altersgruppe, für die die Behörde gleichzeitig selbst festhält, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei fehlendem erhöhtem Erkrankungsrisiko am wenigsten günstig ausfällt. Genau diese Konstellation sorgt erneut für Kritik an der amerikanischen Impfpolitik.
The Defender von Children’s Health Defense hebt zudem den politischen Widerspruch hervor: Kennedy, der jahrelang zu den prominentesten Kritikern der COVID-Impfpolitik gehörte, steht inzwischen an der Spitze des Gesundheitsministeriums – doch unter seiner Führung bleibt die COVID-Impfung selbst für Babys ab sechs Monaten Teil der CDC-Empfehlungen. Die Organisation verweist zudem auf einen laufenden Rechtsstreit um die Impfempfehlungen.
Die neuen CDC-Dokumente machen damit eine bemerkenswerte Situation offiziell: COVID-Impfungen für gesunde Babys und Kleinkinder bleiben möglich und werden im Rahmen einer gemeinsamen Entscheidung weiterhin empfohlen, obwohl ihre Anwendung bei Kindern ohne erhöhtes Risiko off-label sein kann und die CDC selbst das Nutzen-Risiko-Verhältnis gerade bei Menschen ohne erhöhtes Risiko als am wenigsten günstig bezeichnet.


