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Laut Autor fand die Eröffnungsfeier unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Der Albertus-Magnus-Platz vor dem Hauptgebäude der Uni Köln war hermetisch abgeriegelt und von Polizeiwagen umstellt. Sprengstoffexperten mit Spürhunden durchsuchten das Gebäude und kontrollierten die Ausrüstung der Journalisten. Im Saal selbst galten strenge Vorschriften: Die ausgewählten Zuschauer durften beim Beifall nicht aufstehen. Merz verließ den Raum unmittelbar nach seiner Rede als Erster, womöglich um unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen.
Während der Kanzler im Inneren sprach, versammelten sich mehrere Tausend Studierende hinter dem Universitätsgebäude zum Protest. Auf Transparenten oder vielen Dutzend hochgehaltenen Protestschildern hieß es: „74 % unzufrieden – für wen regiert Merz?“, „Köln steht auf – Merz muss weg“, „Mehr Herz statt Merz“, „Tax the Rich“ und „Reformen – das ist Klassenkrieg“. Paula Woltering von „Studis gegen Rechts“ erklärte, dass Studenten, Beschäftigte und Erwerbslose gemeinsam eine andere Politik forderten. Die Regierung kürze bei Krankenkassen, Pflegeversicherung, Grundsicherung und Rente, während die Protestierenden soziale Absicherung, kürzere Arbeitszeiten und höhere Löhne verlangten.
Die Fachschaft Physik kritisierte die beispiellose Aufrüstung und die geplante Wehrpflicht. Sie wollten keinen Krieg und keinen Genozid, sondern Abrüstung, Diplomatie und die Einhaltung des Völkerrechts.
„Die Regierung finanziert mit Milliarden eine seit der Nazizeit nicht mehr gesehene Aufrüstung. Mit der Wehrpflicht sollen junge Menschen wieder das Töten und Sterben lernen. Wir wollen keinen Krieg und keinen Genozid. Wir fordern Abrüstung, Diplomatie, die Einhaltung des Völkerrechts und ein Ende der imperialistischen Gewalt.“
Der AStA-Vorsitzende Frederick Heinz wies auf konkrete Folgen dieser Politik für die Universität hin, zum Beispiel die Streichung der Professur für Disability Studies, die ausbleibende BAföG-Anpassung und den Angriff auf Zivilklauseln, um mehr Geld in die Rüstungsforschung zu stecken. Die Studierenden kämpften für ein BAföG für alle und eine Hochschule, die einer gerechten, demokratischen und friedlichen Welt diene.
Die Proteste zeigten, so Rügemer, dass es unter Studenten und in der Gesellschaft erheblich mehr Widerstand gebe gegen die Verknüpfung von elitärer Ausbildung und Militarisierung auf einer Seite und sozialen Kürzungen auf der anderen, als von den Medien berichtet würde. Die Themen würden zwar die Universität betreffen, sie gingen aber auch weit in die Gesellschaft hinein. So erklärte Paula Woltering von „Studis gegen Rechts“: „Egal ob Studierende, Schüler, Krankenhausbeschäftigte oder Erwerbslose, wir alle wollen Besseres als die antisoziale Politik der großen Koalition unter Friedrich Merz.“
Nun kommen wir zum zweiten Teil, der die Hintergründe der Finanzierung der Privat-Uni zu Verbesserung der Kriegstüchtigkeit zukünftiger elitärer Führungskräfte Großdeutschlands beleuchtet. Wie bereits eingangs erwähnt, soll die „Adenauer School of Government“ von einem der reichsten und zugleich verschwiegensten deutschen Milliardärs-Clans finanziert werden: Zehn Millionen Euro jetzt zum Start und zehn Millionen jedes Jahr, für unbegrenzte Zeit. Die Millionen kommen von der Reimann-Familie. Wenn Sie, liebe Leser, jetzt denken: „Nie von denen gehört“, dann zeigt das, wie erfolgreich dieser Clan mit dunkler NS-Vergangenheit sein Verschwinden von der Oberfläche der medialen Aufmerksamkeit organisiert hat. Hier folgt eine stark gekürzte Darstellung, die sich in Rügemers Original wie ein Krimi liest.
Benckiser mit den Reimanns: erster Aufstieg mit Hitler
Das große Geld kommt aus der unternehmerischen Erfolgsgeschichte der Reimanns, zuerst mit dem Hitler-Regime. Albert Reimann, 1898 geboren, stieg im chemischen Mittelstandsunternehmen Benckiser auf, gegründet im 19. Jahrhundert in Ludwigshafen am Rhein – im Schatten des größeren Chemiekonzerns BASF. Sein Vater wie auch Reimann selbst begeisterten sich früh für Hitler: 1931 wurde Sohn Albert, damals schon führender Benckiser-Manager, sofort Mitglied im gerade gegründeten SA-Motorsturm und im Nationalsozialistischen Kraftfahrer-Korps NSKK; am 1. Februar 1932 trat er der NSDAP bei, war für die Hitler-Partei im Stadtrat, und schon 1933 wurde Benckiser zum NS-Musterbetrieb.
Zweiter Aufstieg mit US-Militärregierung und Adenauer
Nach dem Krieg stellten sich die Reimanns, von der US-Militärregierung geschützt, als Nazi-Opfer dar. Albert Reimann wurde mithilfe freundlicher „Persilscheine“ aus der ursprünglichen, schon zu harmlosen Einstufung als „Belasteter“ (Gruppe II) zum „Mitläufer“ (Gruppe IV) herabgestuft, zahlte 2.000 Reichsmark und konnte weitermachen. Alle Kriegsgewinne konnte Benckiser behalten.
Die alten Beziehungen zu Hitlers Rüstungsminister Albert Speer wurden nach dessen Entlassung aus dem Gefängnis 1966 sofort wieder aufgenommen: Ex-NS-Aktivist Albert Reimann holte den alten Freund und Ex-NS-Aktivisten Speer als Berater für die anstehende Umstrukturierung des Benckiser-Konzerns.
Mit mehreren Jubiläumsschriften – 1958, 1973, 1978 – wurde die NS-Zeit lügenhaft übertüncht. Albert Reimann bekam auf der Höhe seines neuen Erfolgs 1963 das Große Verdienstkreuz der christlichen Konrad-Adenauer-Regierung. Und das wurde 1973 noch gesteigert durch das Große Verdienstkreuz mit Stern – von der sozialdemokratischen Willy-Brandt-Regierung.
Der Name Benckiser wird zum Verschwinden gebracht
Mit diesem Projekt wurde der Name Benckiser unsichtbar gemacht. Weder in den Schriften und Dokumenten der zahlreichen, auf mehrere Staaten und Finanzoasen verstreuten Unternehmen, Tochter- und Briefkastenfirmen, noch auf den Produkten dieser Firmen erschien der Name Reimann oder Benckiser mehr. Die milliardenschweren Eigentümer waren unsichtbar gemacht morden.
Von der Benckiser-Stiftung zur Landecker Foundation
Die komplette Umsetzung des NS-Vergangenheit-Vergessen-Projekts dauerte etwa drei Jahrzehnte. Der Umstrukturierungsmanager und Vergessensproduzent Peter Harf ist auch Chef der großzügigen Stiftung, die jetzt die jährliche Zahlung von zehn Millionen an die „Adenauer School of Government“ übernommen hat. Die kommen als Brosamen von den Milliarden der Erben der Reimann-Familie. Aber die Stiftung heißt nicht Reimann-Stiftung, auch nicht Benckiser-Stiftung, sondern sie heißt Alfred Landecker-Stiftung, nach dem gleichnamigen, vom NS-Staat 1944 ermordeten Juden Alfred Landecker.
Die politischen Helfer: die Multimillionäre Adenauer und Merz
Konrad Adenauer, von 1917 bis 1933 außergewöhnlich hoch bezahlter Oberbürgermeister von Köln, dann ab 1921 bis 1933 gleichzeitiger hochbezahlter Präsident des Preußischen Staatsrats in Berlin und vor allem während dieser Zeit Mitglied von einem Dutzend Aufsichtsräten, etwa der Deutschen Bank – so wurde er zum Multimillionär.
Der NS-Staat zahlte ihm dann auf der Grundlage seines hohen Einkommens eine hohe Pension, bewilligt auf Lebenszeit, und seine anderen Millionen durfte er auch behalten. Gegen Hitler hatte er nichts: „Meinetwegen auch Hitler“, schrieb er nach Hitlers Machtantritt an seine Bankiersfreundin Dora Pferdmenges.
So sah dann auch der 1949 gegründete Separatstaat Bundesrepublik Deutschland aus, geführt vom CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzler Adenauer. Der verlieh denn auch dem von der US-Militärregierung geschützten Benckiser-Chef Albert Reimann das Große Verdienstkreuz.
Und Friedrich Merz, Adenauers Doppelnachfolger als CDU-Vorsitzender und Bundeskanzler, hatte sich ab 2005 bis 2021 ebenfalls zum Multimillionär gemacht, erst als Miteigentümer der US-Wirtschaftskanzlei Mayer Brown, als Berater von US-Investoren beim Ausverkauf des deutschen Mittelstands, dann wie Adenauer mit einem Dutzend Mandaten in Unternehmensaufsichtsräten, dann ab 2016 gleichzeitig als Aufsichtsratsvorsitzender der deutschen Tochterfirma von BlackRock, des inzwischen größten Aktionärs, also Eigentümers der führenden Unternehmen in Deutschland, zum Beispiel beim Rüstungskonzern Rheinmetall und im Wohnungskonzern Vonovia. Merz verheimlicht nicht nur seine persönlichen zweistelligen Millionenvermögen, sondern in der Regierung auch die Milliardenvermögen der ungleich reicheren BlackRock-Kunden.
So führt Merz die von Adenauer begründete Politik weiter, jetzt auch mit der Adenauer School of Government an der Universität Köln, mithilfe der Reimanns, die sich hinter einem Nazi-Opfer verstecken, aber ihren Ursprung in den Gewinnen des Zweiten Weltkriegs haben, mit dem Hauptkrieg gegen Russland: Regieren lernen, das heißt, so Merz auch mithilfe der erhofften Führungskräfte der Adenauer School of Governance: Neu aufrüsten gegen Russland.
(1) https://werner-ruegemer.de/
(2) https://www.nachdenkseiten.de/?p=154308
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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
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Bild: Bundeskanzler Friedrich Merz
Bildquelle: Mahmoud Mahdi Photo / shutterstock