Ebola-Ausbruch im Kongo: Experten befürchten Mutation des Virus

Share your love

Die Zahl der bestätigten Krankheitsfälle aufgrund einer Infektion mit Ebola hat diese Woche die Schwelle von 4.000 überschritten. Das gaben die Gesundheitsbehörden der Demokratischen Republik Kongo bekannt. Demnach ist es seit der Bestätigung der ersten bekannt gewordenen Ebola-Fälle Mitte Mai 2026 noch nicht gelungen, die Ausbreitung der hochgefährlichen Viruserkrankung einzudämmen.

Im Anschluss an einen Besuch in der von der Epidemie besonders betroffenen Provinz Ituri forderten der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus und der Chef der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC, Jean Kaseya, eine „dringende Ausweitung“ der Seuchenbekämpfungsmaßnahmen.

Die beiden Gesundheitsexperten hatten sich in der Demokratischen Republik Kongo und dem Nachbarland Uganda mit den Koordinatoren der Ebola-Bekämpfung sowie staatlichen Stellen getroffen.

Mit durchschnittlich 75 neuen Fällen pro Tag gibt es bisher keine Anzeichen dafür, dass sich die Ausbreitung der Bundibugyo-Variante von Ebola abgeschwächt hat. Zum Stichtag 6. August hatte die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle im Kongo 4.053 betragen, davon waren 1.850 Patienten verstorben.

Während die WHO in einer Pressemitteilung die bisherige Vorgehensweise der Republik Uganda als vorbildlich herausstreicht, blickt sie mit Sorge auf die Provinz Ituri im politisch weitaus instabileren Kongo, wo es der Zentralregierung aufgrund mangelnder Infrastruktur und von Rebellenaktivitäten schwerfällt, entsprechende Maßnahmen durchzusetzen.

Besonders besorgniserregend: Laut Erkenntnissen der Gesundheitsbehörden liegt die Quote der Kontaktnachverfolgungen bei 75 Prozent und damit unter dem Zielwert von mindestens 95 Prozent. Eine konsequent durchgeführte Kontaktnachverfolgung ist notwendig, um Übertragungsketten zu identifizieren und weitere Infektionen zu stoppen.

Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte bezüglich dieser Problematik: „In einigen Gebieten im Osten der Demokratischen Republik Kongo überholt der Ebola-Ausbruch unsere Maßnahmen, weshalb es unerlässlich ist, dass wir alle Aspekte unserer Bemühungen zur Eindämmung der Epidemie rasch verstärken.“ Betroffene Gemeinden müssten besser medizinisch versorgt werden, etwa mit Testmöglichkeiten zur Überprüfung eines Ebola-Verdachts.

In einer Online-Pressekonferenz erläuterte der Epidemiologe Kaseya das drastische Ausmaß des aktuellen Ebola-Ausbruchs. Die bestätigten Fälle seien achtmal so hoch wie beim westafrikanischen Ausbruch in den Jahren 2014 bis 2016, wenn man den bisherigen Zeitraum von zwölf Wochen vergleiche. Auch die Zahl der Todesfälle sei um das Sechsfache höher, zitiert das Zentrum für Infektionskrankheiten an der Universität Minnesota den Generaldirektor von Africa CDC.

Die Mehrzahl der Neuinfektionen und Todesfälle stamme aus der allgemeinen Bevölkerung und nicht aus dem Kreis der Kontaktpersonen. Dies bedeutet, dass sich das Virus unbemerkt von den Gesundheitsbehörden weiterverbreitet.

Auch eine Mutation der Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus könnte bei der rasanten Ausbreitung der Krankheit eine Rolle spielen. Eine solche Mutation wollte Jean Kaseya jedenfalls nicht ausschließen. Angesichts des beispiellosen Ausmaßes der derzeitigen Ebola-Epidemie werde man entsprechende Studien einleiten, versprach er.

Mehr zum Thema – Ebola: Ernährungsprogramm weitet humanitäre Hilfe in der DR Kongo aus

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.