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Nach mehr als vier Jahren Ausschluss von internationalen Wettbewerben dürfen russische Nachwuchs-Nationalmannschaften erstmals wieder an einem FIFA-Turnier teilnehmen. Die russische U15-Auswahl wird bei einem neuen Wettbewerb des Weltfußballverbands antreten können. Das Turnier findet vom 22. bis 31. Oktober in Aserbaidschan statt, wie RIA Nowosti berichtet.
Nach Angaben der FIFA können bei dem ersten Wettbewerb dieser Art Mannschaften aller Mitgliedsverbände des Weltverbands antreten – und somit auch Teams des Russischen Fußballverbands (RFS). Die Organisation teilte mit:
„Der FIFA-Rat hat die Durchführung von Wettbewerben für Jungen und Mädchen unter 15 Jahren genehmigt. Das Büro des Rates beschloss, die FIFA-Weltmeisterschaft und das FIFA-Festival für U15-Spieler im Jahr 2026 in Aserbaidschan auszutragen.“
Der neue Wettbewerb soll künftig weiter ausgebaut werden. So ist für 2027 ein separates Turnier für U15-Mädchen geplant. Ab 2028 will die FIFA dann jährlich zwei eigenständige Wettbewerbe für Jungen und Mädchen dieser Altersklasse veranstalten. Der Generalsekretär des russischen Fußballverbands, Maxim Mitrofanow, hatte zuvor bereits erklärt, dass russische Nachwuchsteams eine Einladung zu dem neuen Turnier erhalten würden.
Dies bedeutet eine erste Lockerung des seit 2022 geltenden Ausschlusses russischer Mannschaften von internationalen Wettbewerben. Nach Beginn des Ukraine-Konflikts hatten FIFA und UEFA russische Nationalteams sowie Vereine von ihren Turnieren ausgeschlossen.
Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte sich in den vergangenen Monaten für eine Lockerung der Maßnahmen ausgesprochen. Auf die Frage, ob die FIFA an einer Rückkehr russischer Teams arbeite, sagte er im Februar gegenüber dem britischen Sender Sky:
„Oh, auf jeden Fall. Das müssen wir. Ja, zumindest auf Jugendebene. Dieses Verbot hat nichts gebracht.“
Die Sanktionen hätten seiner Ansicht nach lediglich „zu mehr Frustration und Hass geführt.“ Auch UEFA-Präsident Aleksander Čeferin hat den Ausschluss russischer Jugendspieler wiederholt infrage gestellt. Er warnte davor, eine ganze junge Generation dauerhaft vom internationalen Fußball auszuschließen.
Die russische Männer-Nationalmannschaft bleibt jedoch weiterhin von offiziellen Wettbewerben der FIFA und der UEFA ausgeschlossen. Das Team bestreitet derzeit lediglich Freundschaftsspiele und darf nicht an der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko teilnehmen.
Wjatscheslaw Koloskow, der Ehrenpräsident des Russischen Fußballverbands, bezeichnete die Entscheidung der FIFA hingegen als positives Signal. Er wies zugleich darauf hin, dass eine Zulassung der A-Nationalmannschaft weiterhin von den politischen Rahmenbedingungen abhänge.
„Eine Nachricht, die nur Freude bereiten kann. Dennoch ist es zu früh, über eine mögliche Zulassung der Erwachsenenmannschaft zu sprechen“, sagte Koloskow gegenüber RIA Nowosti. Solange die Kampfhandlungen andauerten, halte er eine Rückkehr zu offiziellen Wettbewerben für unwahrscheinlich.
Ob die Zulassung der U15-Auswahl tatsächlich den Beginn einer umfassenderen Rückkehr Russlands auf die internationale Fußballbühne markiert, bleibt abzuwarten. Für den russischen Fußball bedeutet die Entscheidung jedoch die erste Teilnahme an einem Wettbewerb der FIFA seit 2022.
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