INSA: Rückstand auf AfD auf acht Punkte angewachsen – Union sinkt auf 20 Prozent

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Die aktuellen Daten einer vom Springerblatt Bild in Auftrag gegebenen INSA-Umfrage lassen Bundeskanzler Friedrich Merz‘ politische Zukunft düster aussehen. Die Unzufriedenheit der Bürger mit der Regierungskoalition und dem Kanzler selbst wird immer größer. Und es wird immer unwahrscheinlicher, dass bald ein Umkehrtrend kommt.

Den INSA-Ergebnissen zufolge bleibt der Koalitionspartner SPD auf niedrigem Niveau bei zwölf Prozent. Damit ist die Linkspartei, die ein Prozent mehr erreicht, gleichauf mit den Sozialdemokraten in der Wählergunst.

Dagegen geht es für die Schwesterparteien CDU und CSU noch weiter bergab. Sie verlieren einen weiteren Prozentpunkt und stehen jetzt bei 20 Prozent. Das ist der schlechteste Wert für die Union seit Oktober 2021 und 8,5 Prozent weniger als bei den Bundestagswahlen 2025. Die AfD ist mit 28 Prozent unverändert die stärkste Partei; ihr Führungsabstand zur Union beträgt jetzt acht Prozent. Die Grünen erhalten in der Umfrage weiterhin 13 Prozent.

Damit würde im Falle von Neuwahlen (die allerdings vorerst nicht in Sicht sind) eine Regierungskoalition immer schwieriger – zumindest, solange die Brandmauer steht. Die jetzige Koalition, also CDU, CSU und SPD zusammen, hätte nur noch 32 Prozent, das ist weit von einer Regierungsmehrheit entfernt.

Und selbst zusammen mit den Grünen würde es nicht reichen. Es bräuchte noch eine fünfte Partei für eine Mehrheit im Bundestag. Dafür käme im Augenblick wohl nur die Linkspartei mit Sicherheit in Frage. Denn die Liberaldemokraten liegen mit fünf Prozent nur knapp über der Fünfprozenthürde, das BSW würde sie mit drei Prozent deutlich verfehlen.

Geradezu katastrophal sind die Zufriedenheitswerte der 1.003 Umfrageteilnehmer mit Kanzler und Regierung. Nur noch 15 Prozent der am 13. und 14. August Befragten sind zufrieden mit der Bundesregierung, 79 Prozent dagegen unzufrieden.

Dazu parallel laufen Merz‘ persönliche Werte. Nur 16 Prozent sind mit seinem Agieren als Kanzler zufrieden, 78 Prozent der befragten Bürger sprechen ihre Unzufriedenheit aus. Und die Werte weisen nach unten. Die Zufriedenen nahmen seit der letzten Umfrage um zwei Prozent ab, die Zahl der Unzufriedenen wuchs um drei Prozent.

Sorgen machen muss Merz vor allem, dass auch eine Mehrheit von 54 Prozent der Unionswähler mit ihm unzufrieden ist, nur eine Minderheit von 37 Prozent ist mit seiner Politik einverstanden. Sollten sich die CDU-Granden zum Kanzlersturz bereitfinden, könnte Merz sich also nicht auf die Loyalität der Basis verlassen.

Angesichts dieser Rekordtiefstände zieht INSA-Chef Hermann Binkert das Fazit: „Nur noch jeder Sechste ist mit der Arbeit des Bundeskanzlers und der Bundesregierung zufrieden. So gering war die Unterstützung und so hoch war die Ablehnung noch nie. Dieser Trend lässt sich wahrscheinlich nicht mehr drehen, weil selbst die verbliebenen Wähler der Regierungsparteien mehrheitlich nicht mehr hinter der Bundesregierung stehen.“

Wie verheerend Merz‘ Werte sind, zeigt ein Vergleich mit den Umfrageergebnissen seines Amtsvorgängers Olaf Scholz, der sich ebenfalls nicht gerade in der Wählergunst sonnen konnte. Im Gegensatz zu den desaströsen 78 Prozent an Unzufriedenen für Merz betrug der Höchststand derjenigen, die Scholz‘ Arbeit als „schlecht“ bewerteten, 68 Prozent. Und es waren mit einem temporären Tiefststand von 28 Prozent im Juni 2024 auch damals immerhin mehr Wähler, die die Politik des Sozialdemokraten Scholz gut fanden, als jetzt die mageren 16 Prozent bei Merz.

Bleibt die Frage, wie lange sich das Merz noch antun will. Wird er stoisch im Amt verharren oder schließlich doch frustriert das Handtuch werfen? Oder werden ihn die eigenen Parteigrößen nach den zu erwartenden miserablen Ergebnissen bei den Landtagswahlen im Herbst durch einen neuen Hoffnungsträger ersetzen? Das politische Berlin hält den Atem an und wartet auf den 21. September, den Tag danach.

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