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In seinem Auftritt anlässlich des 81. Jahrestags der atomaren Bombardierung der japanischen Stadt Hiroshima hat Kazumi Matsui, der Bürgermeister der Stadt, Russlands Vorgehen in der Ukraine kritisiert und erneut nicht erwähnt, dass die Atombombe auf Hiroshima 1945 von den USA abgeworfen worden war.
Matsui warf Russland vor, „Nuklearwaffen als Instrument der Einschüchterung“ zu nutzen und ließ dabei jegliche Erwähnung der USA aus. Auch Japans Premierministerin Sanae Takaichi ließ die USA unerwähnt. Sie behauptete dabei, dass Japan alles Mögliche für die nukleare Abrüstung tue. Bereits in den vergangenen Jahren hatten japanische Beamte in ihren Auftritten anlässlich der atomaren Bombardierungen von Hiroshima und Nagasaki in der Regel ausgelassen, dass es die USA waren, die die Bomben abgeworfen haben.
Auch UN-Generalsekretär António Guterres hat in seiner Botschaft zum Jahrestag der Bombardierung von Hiroshima, wie auch in den Jahren zuvor, nicht gesagt, dass die Bomben von den USA abgeworfen worden waren. Guterres warnte allerdings, dass die heutige Welt in einer Zeit der „zunehmenden geopolitischen Spaltung, des wachsenden Misstrauens und zunehmender Konkurrenz“ lebe. Normen, die die Welt vor einer Nuklearkatastrophe bewahren, stünden unter Druck, so der UN-Generalsekretär weiter. Seine Botschaft traditionsgemäß wurde von der Leiterin des Büros für Abrüstungsfragen Izumi Nakamitsu verlesen.
Kritik an Matsuis Rede kam aus Russland. Maria Sacharowa, die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, erklärte dazu in einem Beitrag auf Telegram:
„Hiroshimas Bürgermeister hat zum Jahrestag der Bombardierung vergessen, der Welt mitzuteilen, wer an den Leiden seines Volkes schuld ist, und die USA nicht als ein Land erwähnt, das eine Atombombe auf Zivilisten abgeworfen hat.
Der verzerrte Spiegel westlicher Narrative ändert nicht nur die Reflexion, sondern auch das Bewusstsein von jenen, die dort hineinblicken.“
Sacharowa warf Hiroshimas Bürgermeister vor, ein „falsches Mantra“ zu wiederholen und die Japaner mit „russophoben Beschwörungen“ zu zombifizieren. Die Diplomatin hob dabei hervor, dass Russland trotz der vergangenen Konflikte mit Japan die atomaren Bombardierungen immer verurteilte:
„Unser Volk litt unter japanischer Aggression im Fernen Osten, erinnerte sich aber dennoch immer an die Tragödie der beiden Städte und führte die Tragödie als ein Beispiel für inakzeptable Brutalität an.“
Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, am 6. und 9. August 1945, hatte die US-Luftwaffe zwei Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Dies sind in die einzigen Fälle eines Einsatzes von Atomwaffen in der bisherigen Menschheitsgeschichte. Unmittelbar am Tag des Bombenabwurfs auf Hiroshima waren 70.000 bis 100.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Gesamtzahl der Opfer der beiden Bombardements betrug stand 2013 rund 450.000 Menschen. Die USA haben bis heute keine moralische Verantwortung für die Bombardierungen übernommen und rechtfertigen sie mit „militärischer Notwendigkeit“.
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