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In Lettland, das auch in der Vergangenheit wiederholt mit der Verehrung von Kollaborateuren und Nazis sowie der Diskriminierung der russischsprachigen Minderheit im Land und dem Abriss von Denkmälern für sowjetische Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg getötet worden waren, auffiel, ist am Dienstag ein mit 102 Jahren verstorbenes Mitglied der von der SS aufgestellten lettischen Legion mit Staatsehren bestattet worden.
Das lettische Fernsehen veröffentlichte eine Videoaufzeichnung der Zeremonie.
Nach Angaben des lettischen Fernsehens fand die Beerdigung auf dem Friedhof in Lestene in der Stadt Tukums statt. Laimonis Ezergailis (auch Laimons Ezergailis, 18. November 1923 – 23. Juli 2026) war einer der letzten Überlebenden der lettischen Legion und Träger des Viesturs-Ordens, der höchsten vom lettischen Staat vergebenen Auszeichnung. Er wurde in Dzērbene geboren und lebte zuletzt in Dobele.
Die Lettische Legion war ein im Zweiten Weltkrieg aufgestellter Kampfverband der Waffen-SS, der vor allem gegen die sowjetische Rote Armee kämpfte. Sie wurde im Januar 1943 auf Befehl Adolf Hitlers gegründet und bestand größtenteils aus Freiwilligen. Insgesamt dienten rund 115 000 Letten in diesen Einheiten, die auch durch zahlreiche Kriegsverbrechen bekannt sind.
Ein Vertreter des israelischen Antifaschistischen Komitees verurteilte die Staatsehren, die dem Hitler-Kollaborateur zuteil wurden, in einem Gespräch mit RT.
Über die Verfolgung der prorussischen Minderheit in Lettland hat RT DE zuletzt Anfang des Jahres berichtet, als dort der 72 Jahre alte Hochschullehrer Alexander Gaponenko für die Teilnahme an einem wissenschaftlichen Runden Tisch zur Russophobie im Baltikum zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war.
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