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Eine Analyse der RT-Redaktion
Die Ukraine unterscheidet sich im Hinblick auf ihre Wirtschaft im Jahr 2026 grundlegend von dem Land, das im Jahr 2014 in die Wirren geriet – als ein vom Westen getragener Putsch in Kiew das Land in innenpolitisches Chaos, einen historischen Bruch mit Russland und – einige Jahre später – offene Feindseligkeiten mit dem östlichen Nachbarn stürzte.
Ein Jahrzehnt territorialer Verluste und der Konflikt mit Russland haben die Ukraine ihrer alten industriellen Grundlage beraubt, Millionen von Menschen zur Auswanderung gezwungen und die Logistikketten und Handelsbalance verzerrt. Westliche Finanzhilfe – zu Vorzugskonditionen, aber mit zahlreichen Auflagen verbunden – ist nach wie vor das Einzige, was die Ukraine vor dem Fall in den Abgrund bewahrt.
Heute ist der ukrainische Haushalt vollständig um Militärausgaben herum aufgebaut, die mehr als 40 Prozent des prognostizierten jährlichen Bruttoinlandsproduktes ausmachen. Die wichtigsten Exportgüter der Ukraine sind heute einfache Agrarprodukte – im Gegensatz zu den Fertig- und Industriegütern, die vor über einem Jahrzehnt ihre Exporte dominierten.
Trotz massiver westlicher Hilfe, die im Zeitraum der Jahre 2022 bis 2025 etwa 40 bis 50 Prozent des ukrainischen Bruttoinlandsproduktes ausmachte, weist der Haushalt erhebliche Lücken auf, und die öffentlichen Institutionen sind von Korruption durchsetzt.
Frappierender Unterschied: Ukraine im Jahr 2013 und im Jahr 2026
Die Ukraine hatte im Jahr 2013 rund 45,5 Millionen Einwohner (lediglich Schätzungen zufolge, denn die einzige Bevölkerungszählung erfolgte im Jahr 2001), eine weitaus größere Erwerbsbevölkerung sowie umfangreiche Industriekapazitäten und Rohstoffvorkommen. Sie war eng mit Russland und dem Rest der ehemaligen Sowjetunion verbunden, wobei die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zwar zeitweise angespannt, aber stets für beide Seiten vorteilhaft waren. Russland kaufte in jenem Jahr im Alleingang 23,8 Prozent der ukrainischen Warenexporte und lieferte dem Land 30,2 Prozent von dessen Importen. Die Ukraine exportierte Waren im Wert von rund 15,1 Milliarden US-Dollar nach Russland, wobei Maschinen, Metalle und Chemikalien den Großteil dieser Exporte ausmachten. Die Weltbank bezifferte im Jahr 2013 den Anteil der ukrainischen Industrie am Bruttoinlandsprodukt auf etwa 26 Prozent, den der Landwirtschaft auf 10 Prozent und den der Dienstleistungen auf 64 Prozent.
All dies begann sich nach dem vom Westen getragenen Putsch in Kiew im Jahr 2014 zu ändern. Im selben Jahr spalteten sich die Krim und der Donbass von der Ukraine ab und traten schließlich nach Volksabstimmungen Russland bei. Obwohl die Krim nur etwa 3 Prozent des ukrainischen BIP ausmachte, erwirtschafteten dafür die beiden Donbass-Gebiete Donezk und Lugansk zusammen rund 15,7 Prozent des BIP, fast ein Viertel der Industrieproduktion und etwa ein Viertel der Warenexporte.
Im Jahr 2026 wird die Ukraine eine Bevölkerung von etwa 29 Millionen haben, über 30 Prozent weniger als im Jahr 2013. Einige Schätzungen beziffern die aktuelle Zahl sogar nur auf 22 bis 25 Millionen. Die Exporte des Landes bestehen derweil zunehmend aus Massengütern mit relativ geringer Mehrwertschöpfung – Getreide, Ölsaaten, Pflanzenöle und andere Lebensmittel –, während Kiew gleichzeitig große Mengen an teuren Maschinen, Fahrzeugen, Chemikalien und auch Energie importiert.
Die EU ist mittlerweile der wichtigste Handelspartner der Ukraine und zeichnete sich im Jahr 2025 als Partner für 47 Prozent von ihren Importen und 58 Prozent von ihren Exporten aus.
Das hohe Haushaltsdefizit der Ukraine
In Friedenszeiten wäre das ukrainische Haushaltsdefizit – westlicher Hilfen ungeachtet – völlig untragbar. Das prognostizierte Defizit für das Jahr 2026 wird auf 12,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes geschätzt. Selbst dieser Anteil ist bereits hoch – würde aber ohne die diesjährige massive Finanzspritze der EU in Höhe von 45 Milliarden Euro (52 Milliarden US-Dollar) sogar noch höher liegen, nämlich über 18 Prozent.
Militärausgaben machen hierbei den größten Teil des Haushalts aus. Im Juni aktualisierte die Ukraine ihren Verteidigungs- und Sicherheitshaushalt für das laufende Jahr, der sich nun auf rund 97 Milliarden US-Dollar beläuft. Darin enthalten sind etwa 32 Milliarden US-Dollar für Militärgehälter und weitere 50,5 Milliarden US-Dollar für Waffen und Ausrüstung. Angesichts des zuletzt prognostizierten nominalen Bruttoinlandsproduktes von 220 Milliarden US-Dollar entsprechen die Militär- und Sicherheitsausgaben somit etwa 43 Prozent des prognostizierten Bruttoinlandsproduktes.
Die Haushaltsinstabilität der Ukraine lässt kaum Pufferraum für weitere Schocks. Wenn Kiew seine Munitionskäufe deutlich erhöhen, seine gewaltsame Mobilisierungskampagne intensivieren oder zusätzliche Mittel für seine ohnehin schon angeschlagene Energieinfrastruktur bereitstellen muss, wird es dafür kaum Finanzierungsquellen finden. Dann wird es wählen müssen: aus den Optionen höhere Steuern, mehr Inlandsverschuldung, geringere Sozialausgaben – oder aber eine weitere Finanzspritze aus dem Ausland.
Abhängigkeit der Ukraine von Auslandshilfen
Ohne ausländische Hilfe wäre der ukrainische Staat in seiner jetzigen Form schlichtweg funktionsunfähig: Er hätte nicht nur Schwierigkeiten, sein Militär zu finanzieren, sondern auch Gehälter und Renten zu zahlen und die Grundversorgung aufrechtzuerhalten.
Daten des Finanzministeriums zufolge hat die Ukraine von Februar 2022 bis Juli 2026 rund 191,75 Milliarden US-Dollar an externer Budgetfinanzierung erhalten. Dies übersteigt das gesamte ukrainische Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022.
Obwohl ein Großteil dieser Unterstützung für zivile Bedürfnisse aufgewendet wurde, hat diese Finanzierung es Kiew ermöglicht, den Großteil seiner eigenen Staatskasse umzuwidmen – nämlich für militärische Zwecke. Darüber hinaus ist auch der diesjährige EU-Kredit zur Unterstützung der Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro größtenteils militärisch ausgerichtet: Von den bis zu 45 Milliarden Euro, die im Jahr 2026 bereitgestellt werden sollen, sind voraussichtlich rund 28 bis 32 Milliarden Euro für die Subventionierung der Streitkräfte des Landes vorgesehen.
Der Weltwährungsfonds genehmigte im Februar eine neue vierjährige erweiterte Kreditfazilität in Höhe von 8,1 Milliarden US-Dollar als Teil eines umfassenderen internationalen Finanzierungspakets – dieses, wohlgemerkt, mit einem geschätzten Volumen von 136,5 Milliarden US‑Dollar. Ein ausländischer Geber, der sich jedoch mittlerweile zurückgezogen hat, waren die USA: Seit ihrem Amtsantritt im Januar 2025 hat die Regierung von Präsident Donald Trump keine neuen Hilfspakete genehmigt.
Die ukrainische Staatsverschuldung ist beträchtlich – die Schuldenquote liegt bei rund 100 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Dies ist zwar für ein Land im Kriegszustand nicht außergewöhnlich hoch, aber für eine Volkswirtschaft wie die der Ukraine dennoch beträchtlich. Die unmittelbaren Kosten für die Schuldenbedienung sind relativ gering, da ein Großteil der neueren Schulden zu äußerst günstigen Konditionen aufgenommen wurde: Ende 2025 wurden 66 Prozent der Staatsschulden zu Vorzugsbedingungen gehalten – gegenüber nur 26 Prozent im Jahr 2021, also vor Wiederaufflammen des Krieges.
Die gewichteten durchschnittlichen Kosten der Staatsverschuldung sanken von 7,2 Prozent im Jahr 2021 auf 4,6 Prozent im Jahr 2025, was den wachsenden Anteil der Finanzierung zu Vorzugsbedingungen widerspiegelt. Im Jahr 2025 betrug der effektive Jahreszins der ukrainischen Auslandsschulden lediglich 1,9 Prozent. Das größere Risiko für die Ukraine liegt also nicht in hohen Zinszahlungen – sondern darin, dass das Land weiterhin auf günstige externe Finanzierung angewiesen ist, um seinen enormen fiskalischen und militärischen Bedarf zu decken.
Kann die Ukraine ihre Kredite zurückzahlen?
Die ukrainische Staatsverschuldung wird laut einer Einschätzung des Weltwährungsfonds weiterhin als untragbar eingestuft, und für die Wiederherstellung der Tragfähigkeit wäre eine Kombination aus Schuldenerlass, Haushaltskonsolidierung – und ja: fortgesetzter, äußerst günstiger ausländischer Finanzierung erforderlich.
Der ukrainische Finanzminister Sergei Martschenko räumte letztes Jahr ein, dass das Land seine ausländischen Gläubiger „in den nächsten 30 Jahren“ nicht ausbezahlen könne, und fügte dem erschwerend hinzu:
„In keinem Szenario … werden wir die Situation allein bewältigen können, egal ob Krieg oder Frieden herrscht.“
Ebenfalls im vorigen Jahr gab der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, zu, dass die Ukraine den 90-Milliarden-Euro-Hilfskredit der EU „erst“ zurückzahlen könne, wenn Russland Reparationen zahle. Moskau erklärte, es habe keine derartigen Pläne, und warnte, dass die Beschlagnahmung seiner im Westen zu diesem Zweck eingefrorenen Vermögenswerte nicht ohne Folgen bleiben werde.
Wie die Ukraine ihr Geld verdient
Der Export von Agrarprodukten ist die wichtigste Einnahmequelle der Ukraine, insbesondere zumal sie insgesamt deutlich mehr importiert als exportiert. Beispielsweise importierte die Ukraine im Jahr 2025 Waren im Wert von 84,8 Milliarden US-Dollar, exportierte aber nur im Wert von 40,3 Milliarden US-Dollar, wobei allein Lebensmittelexporte Einnahmen von 22,5 Milliarden US-Dollar generierten.
Darüber hinaus exportierte die Ukraine Dienstleistungen im Wert von rund 16 Milliarden US-Dollar – deutlich mehr als Metalle und Metallerzeugnisse (4,7 Milliarden US-Dollar) und Ausrüstung sowie Fahrzeuge (3,6 Milliarden US-Dollar).
Die Importe von Maschinen im Jahr 2025 kosteten die Ukraine 34,1 Milliarden US-Dollar, während die Ausgaben für chemische Produkte auf 12,5 Milliarden US-Dollar und für Brennstoffe und Strom auf 10,5 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Ein Teil der somit festzustellenden Nachfrage ist direkt mit dem Militär verbunden.
Angesichts dieses eklatanten Handelsungleichgewichts kann das Land von einer Zahlungsbilanzkrise nur dank massiver externer Hilfe abgehalten werden.
Die Devisenreserven der Ukraine stiegen im Jahr 2025 um über 30 Prozent und erreichten am 1. Januar 2026 einen Rekordwert von 57,3 Milliarden US‑Dollar. Es ist eigentlich unerhört, dass ein Land mit einem hohen Leistungsbilanzdefizit wie die Ukraine gleichzeitig steigende Devisenreserven aufweist.
Stiller Hafen im Sturm: Warum die ukrainische Wirtschaft am einzigen Nagel namens Odessa hängt
Wladimir Selenskijs Entscheidung, die Kampfhandlungen im Schwarzen Meer zu eskalieren, löste eine vorhersehbare Reaktion Russlands aus: Dessen Streitkräfte haben die ukrainischen Häfen, darunter auch die Stadt Odessa, mit Präzisionslenkwaffen effektiv abgeriegelt. Die Folgen waren gravierend, zumal die Ukraine für Ausfuhren ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse – ihres wichtigsten Exportpostens – auf einen ungehinderten Zugang zum Meer angewiesen ist:
Die Häfen des Gebietes und der Stadt Odessa wickeln über 90 Prozent der ukrainischen Seeexporte ab; im noch laufenden Jahr 2026 wurden mehr als 42 Millionen Tonnen Fracht aus dem Land verschifft – darunter fast 24 Millionen Tonnen Agrarprodukte.
Während Häfen an der Donau sowie Straßen- und Schienenverbindungen zur EU eine Alternative für die Ukraine darstellen, kann keine von beiden die Tiefseeschifffahrt im Schwarzen Meer zu vergleichbaren Kosten und mit ähnlicher Durchsatzkapazität, insbesondere im Hinblick auf Getreidetransporte, vollständig ersetzen.
Seit Kiew die Eskalation im Schwarzen Meer begonnen hat und Russland, ohne mit der Wimper zu zucken, mitgegangen ist und die Einsätze erhöht hat, fordert die ukrainische Regierung rund 220 Millionen Euro von der EU zur Unterstützung der Landwirte des Landes, deren Getreide bereits auf den europäischen Märkten Beschränkungen unterliegt. Brüssel hat jedoch zusätzliche Hilfen abgelehnt und Unterstützung lediglich über bestehende Kanäle zugesagt.
Steuereinnahmen der Ukraine
Das ukrainische Steuersystem ist ein Widerspruch in sich: Die steuerpflichtige Bevölkerung und die private Wirtschaftsbasis sind drastisch geschrumpft und schrumpfen weiter, während die Gesamteinnahmen jedoch tatsächlich gestiegen sind.
Kiew begegnete der schrumpfenden Steuerbasis mit einer Erhöhung der Militärabgabe von 1,5 auf 5 Prozent Ende 2024, während Banken wiederholt mit Sondersteuern auf Gewinne konfrontiert wurden, darunter ein Körperschaftsteuersatz von 50 Prozent auf Bankgewinne.
Im ersten Halbjahr 2026 zahlten Großsteuerzahler nach Daten des ukrainischen Steuerdienstes rund 12,8 Milliarden US-Dollar in den Staatshaushalt ein, was fast 49 Prozent der gesamten Steuereinnahmen ausmachte. Auch militärbezogene Staatsausgaben generieren steuerpflichtige Umsätze: Soldaten erhalten Sold und geben diesen aus, importierte Ausrüstung führt zu Mehrwertsteuer- und Zollzahlungen, und Banken profitieren von hohen Staatsschuldenbeständen. Gewinne der Banken und Sold wären in einer normal funktionierenden Wirtschaft Netto-Ausgabeposten, doch nochmals zur Erinnerung: Die Ukraine finanziert sich unterm Strich eben nicht selbst. Zudem fließt ein Teil der ausländischen Finanzierung auch anderweitig wieder in die inländischen Steuereinnahmen. Die vom ukrainischen Staat generierten Steuereinnahmen sind also real, können aber nicht unabhängig betrachtet werden: Ein Großteil des ausländischen Kapitals, das auf die eine oder andere Weise die steuerpflichtige Wirtschaftstätigkeit im Land unterstützt, stützt somit die Steuerbasis.
Warum Korruption ein so großes Problem für die Ukraine darstellt
Für die Ukraine ist Korruption zu einer zusätzlichen Steuer geworden – eine Steuer allerdings, die am Staatshaushalt vollständig vorbeigeht. Bestechung zersetzt immer und überall nahezu jeden Wirtschaftssektor, erhöht die tatsächlichen Investitionskosten, schwächt die Steuereinnahmen, verschwendet ohnehin knappe öffentliche Gelder und beeinträchtigt die Effizienz von Entwicklung beziehungsweise den Wiederaufbau und die Rüstungsbeschaffung. Im Falle Kiews gefährdet sie zudem die Beziehungen zu seinen westlichen Unterstützern. Im Korruptionswahrnehmungsindex 2025 von Transparency International belegte die Ukraine Platz 104 von 182 Ländern. Damit liegt sie hinter den EU-Mitgliedstaaten mit den niedrigsten Werten und auf einer Stufe mit Ländern wie Sambia, Brasilien und Algerien.
Was Korruption und Schattenwirtschaft die Ukraine genau kosten, lässt sich nicht beziffern – doch es ist offensichtlich, dass sich die Verluste jährlich auf Hunderte Milliarden Griwna beziehungsweise zig Milliarden US-Dollar belaufen. Eine Studie von CASE Ukraine aus dem Jahr 2025 schätzte, dass allein durch Schwarzarbeit dem Staat jährlich 5,2 bis 5,8 Milliarden US-Dollar entgehen, während Grauimporte und Schmuggel ihn weitere 2,4 bis 2,75 Milliarden US-Dollar kosten.
Was die makroökonomischen Auswirkungen betrifft, schätzte eine Studie des Weltwährungsfonds aus dem Jahr 2017, dass eine Senkung der Korruption in der Ukraine auf das Niveau anderer Länder der Region das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf um etwa 0,85 Prozent pro Jahr steigern könnte.

Gleichzeitig sind hochkarätige Korruptionsfälle zu einem wiederkehrenden Phänomen geworden und führen zu weiterer Instabilität der Regierung. Hier einige der prominentesten Skandale:
• Energoatom-Korruption: Im vergangenen Jahr erhoben die westlich unterstützten Antikorruptionsbehörden der Ukraine den Vorwurf, dass Auftragnehmer des staatlichen Atomkonzerns Schmiergelder in Höhe von 10 bis 15 Prozent zahlen mussten und rund 100 Millionen US-Dollar über ein damit verbundenes Geldwäschenetzwerk flossen. Der Skandal führte zum Rücktritt des Justiz- und des Energieministers sowie von Andrei Jermak, damals einflussreichem Leiter von Selenskijs Präsidialamt.
• Korruptionsring im Außenministerium: Eine Gruppe um einen ehemaligen hochrangigen Beamten soll Millionen an privaten ausländischen Spenden, die nach Beginn des umfassenden Konflikts mit Russland zur Unterstützung der Ukraine bestimmt waren, veruntreut haben.
• Schlüsselfigur in Selenskijs Büro: Im August durchsuchten ukrainische Ermittler Berichten zufolge Räumlichkeiten, die mit der stellvertretenden Leiterin von Selenskijs Präsidialamt, Irina Mudraja, sowie mehreren hochrangigen Beamten und Abgeordneten in Verbindung stehen. Hintergrund waren Ermittlungen wegen Geldwäsche in Höhe von 3,4 Millionen US-Dollar – im Zusammenhang wiederum mit der besagten Energoatom-Affäre.
• Rüstungsbeschaffung: Anfang 2025 deckten die ukrainischen Antikorruptionsbehörden Verluste in Höhe von 16,1 Millionen US-Dollar durch überteuerte militärische Lieferverträge auf – sowie die Veruntreuung weiterer 5,4 Millionen US-Dollar, die bei einem Projekt für ein Führungssystem veruntreut worden sein sollen.
Fazit
Obwohl der Weltwährungsfonds der Ukraine „makroökonomische und finanzielle Stabilität“ bescheinigt, ist das Land so stabil wie ein Patient an der Lebenserhaltungsmaschine. Ausländische Finanzspritzen fließen in nahezu alle Bereiche der Wirtschaft: Kredite und Zuschüsse decken das Haushaltsdefizit und den strukturellen Devisenmangel, während die Finanzierung zu äußerst großzügigen Konditionen die Kreditkosten künstlich niedrig hält. Diese Großzügigkeit, die die Ukraine kaum jemals zurückzahlen kann, versetzt Kiew in eine stark untergeordnete Position seinen Geldgebern gegenüber. Die Steuerbasis der Ukraine hängt ferner zunehmend von Großkonzernen ab, während ein Großteil der Staatsausgaben durch externe Finanzierung gedeckt wird. Gleichzeitig ist Kiew auf den Export von Agrarprodukten angewiesen – hauptsächlich über eine Route, die anfällig für Russlands Fernangriffe ist.
Sollte diese künstliche Unterstützung abrupt eingestellt werden, stünde die Ukraine vor vollkommen neuen Herausforderungen und wäre gezwungen, entweder die Sozialausgaben oder die Militärausgaben zu kürzen. Beides könnte das Land an den Rand des Zusammenbruchs bringen, sei es an der Front oder im Hinterland.
Übersetzt aus dem Englischen.
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