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Russland soll laut einer Warnung der Vereinigten Staaten eine bewaffnete „Provokation“ auf polnischem Staatsgebiet planen, um die „Entschlossenheit der NATO“ zu testen. Das berichtete The Telegraph am Freitag. Dabei könnten kritische Infrastrukturen in Polen mit Raketen und Drohnen angegriffen werden, oder russische Soldaten könnten die Grenze zum NATO-Gebiet überschreiten, so die Behauptung der Amerikaner.
Washington habe Warschau mehrfach vor dem Plan gewarnt, wie Quellen aus dem Umfeld des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki dem polnischen Nachrichtenportal Onet berichteten.
Ziel der russischen „Provokation“ sei es demnach, die Spannungen zu eskalieren und westliche Verbündete dazu zu bewegen, ihre Unterstützung für die Ukraine auszusetzen. Die Aktion könnte innerhalb weniger Monate erfolgen. Polnische Sicherheitskreise schließen zudem auch ein konventionelleres Szenario nicht aus, etwa einen kleineren Bodeneintritt russischer Soldaten entlang der östlichen NATO-Flanke.
Eine polnische Geheimdienstquelle erklärte, dass im extremen Fall auch ein „hybrider Angriff in der Grenzregion“ denkbar sei. Dieselbe Quelle sagte, ein bewaffneter Vorstoß russischer oder belarussischer Soldaten sei ebenfalls möglich. Dies könnte von Russland als versehentliches Eindringen aufgrund eines GPS-Fehlers dargestellt werden oder als fragwürdige Rettungsmission zur Bergung eines aufgrund einer Störung havarierten Hubschraubers.
Russland würde darauf setzen, dass Polen in einer solchen Situation – statt auf russische oder belarussische Soldaten zu schießen – unter Druck der USA gezwungen wäre, zu verhandeln, statt militärisch zu reagieren, so polnische Quellen gegenüber Onet. Ein Szenario, in dem sich russische Truppen infolge solcher Verhandlungen aus Polen zurückziehen würden, statt durch militärischen Zwang, würde aus Sicht Moskaus als Erfolg gelten. Ein Ende der westlichen Unterstützung für die Ukraine könnte dabei sogar eine zentrale russische Forderung in solchen Gesprächen im Austausch für einen Rückzug aus Polen sein.
Die USA würden Polen systematisch über immer neue russische Pläne für einen konventionellen Angriff auf die östliche NATO-Flanke informieren, „von denen Polen keineswegs ausgenommen ist“, sagte eine Quelle aus dem Umfeld des polnischen Präsidenten. Ein möglicher bodengebundener Angriff Russlands könnte entweder aus Kaliningrad erfolgen, der russischen Exklave nördlich Polens, in der auch Atomwaffen stationiert sind, oder aus Belarus im Osten.
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