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Deutschland sollte den Boykott russischen Öls und Gases beenden, um seine schwächelnde Wirtschaft zu stärken, sagte die Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Alice Weidel, gegenüber Reuters und skizzierte dabei die Ambitionen ihrer Partei, eine Bundesregierung zu führen.
Weidel erklärte, die AfD könne in den kommenden Monaten zwei wichtige Landtagswahlen gewinnen, und bezeichnete diese als Meilensteine auf dem Weg zum Kanzleramt – möglicherweise bereits bei der nächsten Bundestagswahl, die bis spätestens 2029 stattfinden muss.
„Günstige Energie aus Russland war das Geheimnis des Erfolgs von ‚Made in Germany‘. Wir brauchen sie zurück“, sagte Weidel.
„Der Verlust dieser Energie hat uns Jahre zurückgeworfen. Hunderttausende Arbeitsplätze sind verloren gegangen. Er hat uns abhängig von den Vereinigten Staaten gemacht, die uns Energie zu deutlich höheren Preisen verkaufen.“
Vor den Sanktionen, die wegen des Ukraine-Krieges 2022 verhängt wurden, lieferte Russland mehr als ein Drittel der deutschen Rohölimporte und mehr als die Hälfte des Erdgases.
Deutschland hat zudem weiterhin Schwierigkeiten, sich von dem Schock zu erholen, der durch die Stilllegung der wichtigen Unterwasser-Pipelines Nord Stream ausgelöst wurde, die im September 2022 durch einen Anschlag schwer beschädigt wurden.
„Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind entscheidende Meilensteine“, sagte Weidel. „Wenn wir in Sachsen-Anhalt gewinnen, wird vermutlich Mecklenburg-Vorpommern folgen. Ich kann mir die AfD entweder bei der nächsten oder der übernächsten Wahl im Kanzleramt vorstellen.“
Für etablierte Parteien wie die CDU von Kanzler Friedrich Merz, die jede Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen, wäre ein Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt ein Rückschlag für die sogenannte Brandmauer. Energiekosten und die Aussicht auf günstigere russische Energie könnten Wähler überzeugen, kommentiert Reuters.
Weidels Äußerungen zu Russland folgen auf einen Besuch des AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier in Russland Anfang dieses Monats. Dort traf er sich mit Alexei Miller, dem Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, und sprach sich für eine Wiederinbetriebnahme der Gaspipelines Nord Stream aus.
Frohnmaier wies die Kritik an seiner Reise zurück. Er erklärte, ihm sei bekannt, dass US-Investoren eine Wiedereröffnung der Nord-Stream-Verbindung nach Deutschland prüften – ein Schritt, bei dem Deutschland Gebühren für den Bezug russischen Gases zahlen könnte.
Weidel wies Vorwürfe zurück, ihre Partei sei extremistisch. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die AfD im vergangenen Jahr als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
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