„Ceuta ist weiter in der Krise“: Bürgermeister fordert Notfallmaßnahmen an Europas Außengrenze

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Offiziell spricht Madrid von einer Erfolgsgeschichte: Über 48.000 der rund 60.000 Migranten sollen innerhalb weniger Tage nach Marokko zurückgekehrt sein. Die spanische Regierung erklärt die Krise für weitgehend unter Kontrolle. Doch hinter dieser Erfolgsmeldung bleiben unbequeme Fragen offen. (Reuters)

Denn selbst große Medien wie Le Monde und Euronews berichten, dass sich eine unbekannte Zahl von Migranten der Rückführung entzieht. Einige kampieren in den Wäldern rund um Ceuta, andere verstecken sich bei Freunden oder Verwandten, um einer Abschiebung zu entgehen. Gleichzeitig befinden sich nach Schätzungen noch immer 4.000 bis 7.000 unbegleitete Minderjährige in der spanischen Exklave, die nicht einfach nach Marokko zurückgebracht werden können.

Dass die Krise keineswegs beendet ist, macht auch Juan Jesús Vivas, Bürgermeister der Autonomen Stadt Ceuta, deutlich. In einer Ansprache erklärte er, Ceuta habe „keine Normalität erreicht“. Nach seinen Angaben befänden sich weiterhin mehrere Tausend Menschen in der Stadt, die zurückgeführt werden müssten, während die Bevölkerung von „Unruhe und Sorge“ geprägt sei. Zugleich forderte Vivas, die Grenze Ceutas endlich wie das zu behandeln, was sie ist: eine Außengrenze der Europäischen Union auf afrikanischem Boden. Dafür seien mehr Personal, bessere Infrastruktur, zusätzliche technische Mittel und ein entsprechender Rechtsrahmen notwendig. Gleichzeitig betonte er, Ceuta werde „nicht aufgeben“, sondern zähle auf die Solidarität des übrigen Spaniens und werde die Krise gemeinsam bewältigen.

Niemand weiß derzeit, wie viele Migranten tatsächlich untergetaucht sind. Ebenso wenig ist klar, wie viele einen neuen Versuch unternehmen werden, das spanische Festland oder andere EU-Staaten zu erreichen. Reuters berichtete bereits, dass manche Migranten trotz der Rückschläge entschlossen sind, erneut ihr Glück zu versuchen.

Hinzu kommt die politische Dimension: Mehrere EU-Staaten reagierten mit scharfer Kritik an Spaniens Grenzpolitik, während Notfalltreffen auf europäischer Ebene einberufen wurden. Die Ereignisse in Ceuta haben deutlich gemacht, wie schnell eine regionale Grenzkrise zu einer gesamteuropäischen Herausforderung werden kann. (euronews)

Die offiziellen Zahlen vermitteln den Eindruck einer bewältigten Krise. Doch solange Tausende Minderjährige in Ceuta verbleiben, eine unbekannte Zahl von Migranten untergetaucht ist und viele offen erklären, einen neuen Anlauf Richtung Europa wagen zu wollen, erscheint es verfrüht, von einer endgültigen Entspannung zu sprechen. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob Ceuta tatsächlich befriedet wurde – oder ob die aktuelle Entwicklung lediglich das Vorspiel einer neuen Migrationswelle ist.

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