Von Tyler Durden
Rory Johnston, ein in Toronto ansässiger Ölanalyst und Gründer von „Commodity Context“, einem unabhängigen Marktforschungsunternehmen für den Ölmarkt, schrieb an diesem Wochenende auf X, dass sich die Öllieferungen durch die Straße von Hormus auf etwa zwei Drittel des Vorkriegsniveaus erholt haben, was auf einen sprunghaften Anstieg der saudischen Exporte zurückzuführen ist. Dies deutet darauf hin, dass Teherans Einfluss auf diese wichtige maritime Engstelle nachgelassen hat.
„Der Ölfluss durch Hormuz kann unmöglich über 13 MMbpd liegen, da der Rohölpreis bei über 100 Dollar liegt“, schrieb Johnston in seinem Beitrag am Samstag unter Berufung auf Daten von Kpler.
Er fügte hinzu: „Mann, wenn du einem Ölanalysten im Januar gesagt hättest, dass die Öllieferungen durch den Hormuz-Kanal nach mehr als 200 Kriegstagen immer noch um 7 MMbpd zurückliegen, die Ost-West-Pipeline lahmgelegt ist und Öl NUR 100 $ kostet, hätte er dich wohl ziemlich komisch angesehen.“
“Hormuz oil flows can’t possible be above 13 MMbpd bc crude is over $100!”
Brother, if you had told an oil analyst in January that Hormuz flows were still down 7 MMbpd after >200 days of war—with the East-West pipeline hobbled—and oil was ONLY $100 they’d have looked at you like pic.twitter.com/e8TmiScFMQ
— Rory Johnston (@Rory_Johnston) September 26, 2026
Übersetzung von „X“: „Die Ölfüße durch Hormus können unmöglich über 13 MMbpd liegen, weil der Rohölpreis über 100 Dollar liegt!“
Bruder, wenn du einem Öl-Analysten im Januar gesagt hättest, dass die Hormus-Flüße nach >200 Tagen Krieg immer noch um 7 MMbpd reduziert sind – mit der Ost-West-Pipeline lahmgelegt – und der Ölpreis NUR 100 Dollar beträgt, hätten sie dich angesehen wie…
Saudi-Arabien treibt die Erholung voran. Die Rohölexporte des Königreichs beliefen sich in den ersten 23 Tagen des Septembers auf durchschnittlich 5,28 Millionen Barrel pro Tag – laut Schiffsverfolgungsdaten von Bloomberg das höchste Volumen seit Beginn des Konflikts. Etwa 3,4 Millionen Barrel pro Tag wurden in Häfen am Persischen Golf verladen, womit sich der fast vollständige Rückzug aus diesen Terminals zu Beginn des Krieges umkehrte.
Mit freundlicher Genehmigung von Commodity Context …
„Hormuz verhält sich nicht mehr wie eine Engstelle unter effektiver iranischer Kontrolle. Der Ölfluss durch Hormuz liegt nun im 7-Tage-Durchschnitt bei über 13,5 mb/d“, schrieb der Energieanalyst Art Berman auf X und zitierte dabei Johnstons Beitrag.
Berman erklärte: „Der größte Anstieg ist auf die stark gestiegene Verladung aus Saudi-Arabien am Golf zurückzuführen. Das verändert die strategische Lage. Der Iran kann zwar weiterhin Schiffe angreifen, die Versicherungskosten in die Höhe treiben und die Meerenge gefährlich machen. Aber Gefahr ist nicht dasselbe wie Kontrolle. Je mehr Öl die Straße von Hormuz passiert, desto mehr verlagert sich der Druckhebel des Irans von der Blockade der Lieferungen hin zur bloßen Erhebung von Kosten.“
Das in Doha ansässige Unternehmen QNB Financial Services schrieb heute in einer Mitteilung an seine Kunden: „Katar hat den Verkehr von Flüssigerdgas-Tankern durch die Straße von Hormuz auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten gesteigert – ein Zeichen dafür, dass es sich zunehmend sicherer fühlt, Schiffe durch die Wasserstraße zu befördern.“
Die Feindseligkeiten in der engen Meerenge hielten laut Bloomberg bereits die zweite Nacht in Folge an. Bloomberg berief sich dabei auf Berichte der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Fars, wonach iranische Streitkräfte in den vergangenen 48 Stunden 19 Schiffe ins Visier genommen hätten, die versucht hätten, genehmigte Routen in der Meerenge zu nutzen.
Am Samstagmorgen erklärte Präsident Trump gegenüber Reportern auf dem Rasen des Weißen Hauses, er habe einen iranischen Vorschlag für einen siebentägigen Waffenstillstand abgelehnt und sei bereit, die Angriffe auf die Islamische Republik nach den Zwischenwahlen wieder aufzunehmen.
Reporter: Will you strike Iran after the midterms?
Trump: I’m rejecting their deal. They want to make a deal where they open the Strait immediately because they’re losing so badly.
They want to make a deal, and I think that’s fine. I like making a deal, too, but that deal would… pic.twitter.com/87rKbDySLN
— Clash Report (@clashreport) September 26, 2026
Übersetzung von „X“: Reporter: Werden Sie Iran nach den Midterms angreifen?
Trump: Ich lehne ihren Deal ab. Sie wollen einen Deal machen, bei dem sie die Straße von Hormus sofort öffnen, weil sie so schlecht dastehen.
Sie wollen einen Deal machen, und ich denke, das ist in Ordnung. Ich mag es auch, Deals zu machen, aber dieser Deal wäre nicht akzeptabel.
Am Sonntagmorgen berichtete Bloomberg, dass der iranische Außenminister Abbas Araghchi trotz Trumps öffentlicher Ablehnung des Sieben-Tage-Plans weiterhin auf eine endgültige Antwort der USA über die Vermittler Katar und Pakistan warte.
Das einzige große Eskalationsrisiko, das nach den Zwischenwahlen entstehen könnte, ist eine erneute US-Bombardierungskampagne, möglicherweise begleitet von Cyberoperationen gegen die iranische Energieinfrastruktur wie beispielsweise die Insel Kharg. Für die Energiemärkte, die bereits durch eine globale Raffineriekrise unter Druck stehen, erfordert die Zeit nach den Wahlen besondere Aufmerksamkeit.
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