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Der republikanische US-Senator Rand Paul, Vorsitzender des Senatsausschusses für Heimatschutz und Regierungsangelegenheiten, hat zwei umfangreiche Dokumentensammlungen veröffentlicht, die nach eigenen Angaben auf den privaten Aufzeichnungen von Dr. Anthony Fauci beruhen. Zusammen umfassen „Tony’s Diary“ und „Tony’s Diary: The Prequel“ mehr als 1.600 Seiten interner Notizen, E-Mails und persönlicher Tagebucheinträge aus den Jahren 2001 bis 2021.
Sollten diese Aufzeichnungen authentisch sein, zeichnen sie ein Bild, das mit der öffentlichen Wahrnehmung des ehemaligen NIAID-Direktors nur wenig gemein hat. Statt eines unabhängigen Wissenschaftlers erscheint Fauci als zentraler Architekt eines eng verflochtenen Netzwerks aus Geheimdiensten, Militär, Weißem Haus, Pharmaindustrie und internationalen Organisationen – und als jemand, dessen private Einschätzungen oftmals deutlich von seinen späteren öffentlichen Aussagen abwichen.
Besonders brisant sind die Einträge vom 31. Januar und 1. Februar 2020.
Fauci dokumentiert, dass ihn führende Virologen bereits Ende Januar darauf aufmerksam machten, dass die Furin-Spaltstelle des Virus schwer mit einem natürlichen Ursprung vereinbar erscheine. Mehrere Wissenschaftler hielten eine künstliche Veränderung oder einen Laborunfall für eine ernstzunehmende Möglichkeit. Fauci selbst organisierte daraufhin umgehend weitere Expertenrunden und leitete parallel sowohl wissenschaftliche als auch sicherheitspolitische Untersuchungen ein.
Öffentlich wurde die Laborhypothese dagegen später jahrelang als unbegründete oder verschwörungstheoretische Spekulation dargestellt. Die Diskrepanz zwischen den internen Diskussionen und der späteren öffentlichen Kommunikation gehört zu den auffälligsten Erkenntnissen der Dokumente.
Noch aufschlussreicher ist das zweite Dokument.
Bereits Jahre vor COVID zeigen die Aufzeichnungen, dass Fauci weit über die klassische Rolle eines Forschers hinaus agierte.
Er beschreibt regelmäßige Treffen im Weißen Haus, Beratungen mit dem National Security Council, enge Abstimmungen mit Außenministerium, USAID und HHS sowie die Ausarbeitung strategischer Regierungspapiere. Gesundheitspolitik erscheint dabei nicht als medizinisches Feld, sondern ausdrücklich als Bestandteil amerikanischer Außen- und Sicherheitspolitik.
Damit entsteht das Bild eines Mannes, der über Jahrzehnte an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und nationaler Sicherheit arbeitete.
Besonders bemerkenswert ist ein Strategiepapier aus dem Jahr 2001. Darin wird ein internationales Gesundheitsmodell skizziert, an dem unter anderem
gemeinsam beteiligt sein sollen.
Ein internationales Expertengremium soll Programme bewerten, Gelder verteilen und langfristige Strategien entwickeln.
Rückblickend wirkt dieses Dokument fast wie ein früher Bauplan jener globalen Gesundheitsarchitektur, die während der COVID-Pandemie weltweit sichtbar wurde.
Nach einer Reise nach Uganda kommt Fauci zu einem Schluss, der seine spätere Denkweise erkennen lässt.
Er schreibt, dass Medikamente allein nicht ausreichen. Entscheidend sei der Aufbau kompletter Gesundheitsstrukturen, Überwachungssysteme und administrativer Infrastruktur. Selbst eines der besten Krankenhäuser Afrikas verfüge kaum über grundlegende Versorgung. Die AIDS-Krise müsse genutzt werden, um den gesamten Gesundheitsapparat auszubauen.
Diese Sichtweise zieht sich wie ein roter Faden durch die Dokumente: Krisen werden nicht nur als medizinische Herausforderungen verstanden, sondern als Gelegenheit, institutionelle Strukturen dauerhaft auszubauen.
Auch während der Pandemie zeigen die Aufzeichnungen, dass die Kommunikation eine zentrale Rolle spielte.
Fauci beschreibt Gespräche über Pressearbeit, Abstimmungen mit Regierungsstellen und die Sorge, wie bestimmte Informationen öffentlich wirken könnten. Gleichzeitig dokumentiert er intensive Beratungen über Reiseverbote, Quarantänen, Kontaktverfolgung und spätere Maßnahmen wie Social Distancing – lange bevor diese öffentlich umgesetzt wurden.
Der Eindruck entsteht, dass politische Strategie und Kommunikationsmanagement von Beginn an eng mit wissenschaftlichen Entscheidungen verknüpft waren.
Diese Dokumente werfen grundlegende Fragen auf:
Eines wird nach der Lektüre dieser Dokumente deutlich: Das Bild des unabhängigen Wissenschaftlers Anthony Fauci erscheint erheblich komplexer, als es der Öffentlichkeit während der Pandemie vermittelt wurde. Stattdessen zeichnen die Aufzeichnungen das Porträt eines der einflussreichsten Machtmanager der modernen Gesundheits- und Biosecurity-Politik – mit weitreichendem Einfluss auf Wissenschaft, Regierung und internationale Institutionen.