Spanischer Geheimdienst schlägt Alarm – Neue Social-Media-Kampagne soll Ceuta erneut überrennen

Share your love

Spaniens größter Radiosender: Geheimdienst warnt vor neuer Massenmobilisierung nach Ceuta

Nur wenige Tage nach dem beispiellosen Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta schlagen Spaniens Sicherheitsbehörden erneut Alarm. Nach Informationen des größten spanischen Radiosenders Cadena SER hält der spanische Geheimdienst CNI eine neue Kampagne in sozialen Netzwerken für glaubwürdig, die zu einem weiteren massenhaften Grenzübertritt nach Ceuta aufruft.

Spaniens Ceuta sieht sich einer Dschihadisten-Rekrutierungsgefahr gegenüber, inmitten von Befürchtungen vor einer neuen Migrantenhorde. Italienische Geheimdienste, unter Berufung auf spanische Informationen, warnen, dass die Gruppen die Radikalisierung und Rekrutierung befeuern könnten

Nach Angaben des Senders überwacht der Geheimdienst seit Tagen zahlreiche Facebook-, WhatsApp- und TikTok-Gruppen, in denen aktiv für einen erneuten Grenzübertritt geworben wird. Die Mobilisierung soll nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden sogar intensiver ausfallen als jene Kampagne, die Ende Juli dem bisherigen Massenansturm vorausging. Als möglicher Termin wird der 15. August genannt. Die Geheimdienste schließen jedoch nicht aus, dass die Organisatoren ihre Pläne vorziehen könnten, nachdem die Kampagne öffentlich bekannt geworden ist.

Besonders bemerkenswert ist, dass der CNI die Entwicklung nicht als bloßes Internetgerücht einstuft. Vielmehr sprechen die von Cadena SER zitierten Geheimdienstquellen von einer aktiven Rekrutierungskampagne, die gezielt Menschen für einen erneuten Massenansturm mobilisieren soll. Verbreitet werden dabei nach Angaben der Behörden zahlreiche Gerüchte und Falschmeldungen über angebliche Sicherheitslücken an der Grenze.

Parallel dazu kommt auch eine Untersuchung der Universität Alicante zu einem ähnlichen Ergebnis. Demnach war der Massenansturm Ende Juli keine spontane Fluchtbewegung, sondern eine organisierte und koordinierte Operation mit einem Kern von Koordinatoren, öffentlichen Facebook-Gruppen und zahlreichen kleineren Rekrutierungszellen. Die Forscher gehen davon aus, dass eine erneute Mobilisierung wahrscheinlich bleibt, auch wenn sie möglicherweise an einem anderen Ort oder in anderer Form stattfinden könnte. (El País)

Nach Einschätzung der spanischen Sicherheitsbehörden wird nun vor allem die Rolle Marokkos entscheidend sein. Die Behörden hoffen, dass Rabat diesmal frühzeitig eingreift, Straßen sperrt und Menschenansammlungen bereits im Raum Fnideq (Castillejos) auflöst, bevor sie die Grenze zu Ceuta erreichen. Genau dieses Vorgehen gilt als Schlüssel, um eine Wiederholung der Ereignisse vom 30. Juli zu verhindern.

Wer hinter der aktuellen Mobilisierung steckt, ist allerdings weiterhin unklar. Weder der Geheimdienst noch Cadena SER benennen Verantwortliche oder legen Belege für eine staatliche Steuerung vor. Fest steht nach den Berichten jedoch, dass die spanischen Sicherheitsbehörden die Kampagne ernst nehmen und die Gefahr eines erneuten koordinierten Massenansturms als real einschätzen.

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.