Die Gästeliste des Staatsbanketts für Xi Jinping im Weißen Haus war bemerkenswert: Während der chinesische Präsident ohne eine Delegation chinesischer Konzernchefs nach Washington kam, versammelte sich auf amerikanischer Seite ein regelrechtes „Who’s who“ der Technologie- und Finanzwelt.
Für den in Hongkong ansässigen geopolitischen Analysten Angelo Giuliano ist genau das ein Symbol für das veränderte wirtschaftliche Kräfteverhältnis.
Interviewed by Sputnik
Interviewed by Sputnik on Xi-Trump meeting
What the Xi-Trump state dinner’s guest list said about the China-US balance of power
“Xi did not bring a Chinese business delegation because he did not need one. The American tech and finance crowd came… pic.twitter.com/cccsurNtb4
— Angelo Giuliano
(@angeloinchina) September 25, 2026
„Xi hat keine chinesische Wirtschaftsdelegation mitgebracht, weil er keine benötigt. Die amerikanischen Vertreter aus Technologie und Finanzwelt kamen zu ihm“, erklärte Giuliano gegenüber Sputnik.
Tatsächlich saßen am Haupttisch mit Trump und Xi unter anderem Elon Musk, Nvidia-Chef Jensen Huang, AMD-Chefin Lisa Su und Apple-Chef Tim Cook. Im Saal befanden sich zahlreiche weitere Schwergewichte der amerikanischen Wirtschaft.
Die Wirtschaftselite, die mit Xi zu Abend aß
Technologie und KI:
Elon Musk – Tesla/SpaceX
Jensen Huang – Nvidia
Tim Cook – Apple
Lisa Su – AMD
Mark Zuckerberg – Meta
Sam Altman – OpenAI
Greg Brockman – OpenAI
Satya Nadella – Microsoft
Sundar Pichai – Google
Sergey Brin – Google-Mitgründer
Jeff Bezos – Amazon
Michael Dell – Dell Technologies
Cristiano Amon – Qualcomm
Sanjay Mehrotra – Micron
Eric Yuan – Zoom
Finanzen und Wall Street:
Larry Fink – BlackRock
Jamie Dimon – JPMorgan Chase
David Solomon – Goldman Sachs
Jane Fraser – Citigroup
Stephen Schwarzman – Blackstone
Lynn Martin – New York Stock Exchange
Jeff Yass – Susquehanna International Group
Ryan McInerney – Visa
Michael Miebach – Mastercard
Industrie und Energie:
Mary Barra – General Motors
Kelly Ortberg – Boeing
Jim Taiclet – Lockheed Martin
Larry Culp – GE Aerospace
Darren Woods – ExxonMobil
Dazu kamen weitere einflussreiche Unternehmer und Manager, darunter LVMH-Chef Bernard Arnault und Pfizer-Chef Albert Bourla.
Auf chinesischer Seite dagegen: kein vergleichbares Aufgebot von Konzernchefs. Xi wurde stattdessen von hochrangigen Regierungsvertretern begleitet, darunter Vizepremier He Lifeng, Handelsminister Wang Wentao, Finanzminister Lan Fo’an und Zheng Shanjie, Chef der mächtigen Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission.
Giuliano interpretiert diese Asymmetrie als Zeichen dafür, dass sich die Rollen verschoben haben. Früher hätte eine chinesische Wirtschaftsdelegation in Washington den Eindruck vermittelt, Peking suche amerikanisches Kapital, Technologie und Marktzugang. Diesmal kamen die Chefs einiger der mächtigsten US-Konzerne zu Xi.
Das hat einen handfesten wirtschaftlichen Hintergrund: China bleibt für zahlreiche amerikanische Unternehmen Produktionsstandort, Lieferant wichtiger Komponenten und zugleich einer der bedeutendsten Absatzmärkte der Welt. Gleichzeitig besitzt Peking Schlüsselpositionen bei seltenen Erden, Batterien, Solarindustrie, Elektrofahrzeugen und Schiffbau.
Die USA verfügen weiterhin über enorme finanzielle, technologische und geopolitische Macht – insbesondere über den Dollar als wichtigste internationale Reservewährung und führende Unternehmen bei Halbleitern und künstlicher Intelligenz. Doch das Staatsbankett machte sichtbar, wie eng selbst Amerikas mächtigste Konzerne weiterhin mit China verflochten sind.
Und genau darin lag die eigentliche Symbolik dieses Abends: Xi musste Chinas Konzernchefs nicht nach Washington bringen – Amerikas Konzernchefs waren bereits dort.
Die offizielle Gästeliste umfasste mehr als 130 Personen; Reuters und die Washington Post bestätigen die genannten Spitzenmanager.

What the Xi-Trump state dinner’s guest list said about the China-US balance of power
(@angeloinchina) 

