Morningstar-Daten: Nur 27 Prozent der aktiven Fondsmanager schlagen den Markt

Die Bedingungen für aktive Fondsmanager könnten eigentlich nicht besser sein. Doch eine neue Morningstar-Analyse zeigt: Nur die wenigsten Manager schlagen ihre Benchmark – wieder einmal

Share your love

Die Bedingungen für aktive Fondsmanager könnten eigentlich nicht besser sein. Doch eine neue Morningstar-Analyse zeigt: Nur die wenigsten Manager schlagen ihre Benchmark – wieder einmal

Eigentlich könnten die Zeiten für aktive Fondsmanager nicht besser sein: Das Narrativ rund um Künstliche Intelligenz ändert sich fast täglich – mal macht KI alles platt, mal ist es nahezu nutzlos – und die Aktienkurse der damit verbundenen Unternehmen verändern sich entsprechend schnell. Gerade in diesem Umfeld sollten aktive Stockpicker ihre Stärken ausspielen und besser auf Trends reagieren als der breite Markt. Eigentlich.

Die Praxis zeigt etwas anderes. Laut Daten des Finanzanalysten Morningstar haben gerade einmal 27 Prozent der aktiven Large-Cap-Fondsmanager im vergangenen Jahr ihre Benchmark nach Kosten geschlagen (Stichtag: 30. Juni 2026). Auf lange Sicht über zehn Jahre sieht die Bilanz noch ernüchternder aus. Hier schafften es gerade einmal 13 Prozent.

Die Erkenntnis, dass aktives Fondsmanagement zumeist schlechter abschneidet als ein simpler ETF, ist keineswegs neu. Das liegt zum Beispiel an den hohen Kosten aktiver Fonds. Im Gegensatz zu früheren Zeiten lieferten die vergangenen zwölf Monate aber keine Ausreden für aktives Fondsmanagement. Damit werben viele Fondsmanager auch derzeit: „Die Bedingungen haben sich hin zu aktivem Management verändert“, erklärte jüngst der Vermögensverwalter T. Rowe Price und verwies auf KI. Jefferies-CEO Rich Handler schrieb in seinem jüngsten Newsletter: „Endlich können aktive Fondsmanager [an der Rally] teilnehmen“. Die Zeiten, in den niedrige Zinsen alle Boote hoben, seien vorbei. Jetzt werde aktives Management die passiven ETFs outperformen.

Aktive Fonds werden immer kleiner

Teilweise behielt die Wall Street damit sogar recht, da die 27 Prozent Erfolgsquote deutlich über den Vorjahren liegt. Dennoch bleibt sie meilenweit unter den Erwartungen der Anleger, die aktiven Fonds in den vergangenen Jahren immer mehr das Vertrauen entzogen haben. Seit 2015 gab es kein einziges Jahr mehr mit Netto-Zuflüssen in aktive Fonds. Stattdessen schossen ETFs und andere passive Produkte durch die Decke. In diesem Jahr könnten passive ETFs erstmals über 1 Billion US-Dollar Netto-Zuflüsse haben.

Ihr Erfolg fußt dabei zum einen auf niedrigeren Kosten, die die Gesamtperformance nach oben treibt. Zum anderen wandelte sich ihre tendenziell größte Schwäche, die Konzentration auf wenige Unternehmen, in den vergangenen Jahren zur größten Stärke. Gerade die großen Unternehmen wurden immer größer, wovon wiederum die ETFs auf große Indizes wie den MSCI World profitierten.

Das sei letztlich auch der Grund, warum viele aktive Fondsmanager selbst in diesem Markt nicht ihre Benchmark schlagen, urteilt Morningstar. Viele Fondsmanager meiden so hohe Einzelwetten wie die großen Indizes. Weil aber eben diese großen Titel gut liefen, performten aktive Fonds schlechter, die ihr Risiko dafür breiter streuten. 

Etwas besser sieht die Performance von aktiven Managern im Anleihenbereich aus. Auch das ist allerdings keine neue Entwicklung. Laut Morningstar haben 66 Prozent der aktiven Manager im Investment-Grade-Bereich ihre Benchmark geschlagen – auch über drei Jahre sei das etwas mehr als der Hälfte gelungen. Das hat auch an mit der etwas anderen Psychologie der Märkte zu tun: Während es bei Aktien um Wachstumsfantasie geht, handeln Anleihen das Risiko. In Anleihen-ETFs haben dabei häufig die größten Emittenten das höchste Gewicht. Doch ob die am höchsten verschuldeten Unternehmen die besten Unternehmen sind, ist eher unwahrscheinlich. Deshalb fällt es aktiven Anleihenmanagern strukturell leichter, besser als die passiven Benchmarks zu performen.

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.