Exklusiv: Rheinmetall stoppt den geplanten Aufbau von Werften-Jobs

Marineauftrag geplatzt, Jobpläne gestoppt: Der Rüstungskonzern Rheinmetall reagiert auf das Aus für die Fregatte F126 mit einem Einstellungsstopp bei seiner Militärmarinesparte

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Marineauftrag geplatzt, Jobpläne gestoppt: Der Rüstungskonzern Rheinmetall reagiert auf das Aus für die Fregatte F126 mit einem Einstellungsstopp bei seiner Militärmarinesparte

Rheinmetall zieht Konsequenzen aus der Absage für die Fregatte F126: Der Düsseldorfer Rüstungskonzern hat den geplanten Personalaufbau von 1000 Stellen bei seiner Militärschiffbausparte Naval Systems nun gestoppt. „Ohne den Auftrag der Bundeswehr können wir keinen weiteren Mitarbeiter einstellen“, heißt es in Unternehmenskreisen. Im März hatte Rheinmetall die Militärmarinesparte Naval Vessels Lürssen (NVL) von der Bremer Lürssen Werft übernommen. In der Hoffnung auf den Auftrag für das F126-Projekt der Bundeswehr hatte Rheinmetall in den vergangenen Monaten bereits 100 neue Mitarbeiter eingestellt. Der weitere Stellenaufbau um 900 Mitarbeiter liegt nun auf Eis. 

Ende Juni hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius das milliardenschwere Marineprojekt eingestellt. Als Gründe nannte das Ministerium erhebliche Verzögerungen, absehbare Kostensteigerungen und Risiken, die mit der Übertragung auf einen neuen Auftragnehmer verbunden gewesen wären. Stattdessen will Pistorius jetzt acht Fregatten vom Typ Meko A-200 vom deutschen Wettbewerber TKMS kaufen.

Ursprünglich war die niederländische Werft Damen mit dem Marineprojekt beauftragt, geriet mit der Umsetzung aber immer mehr in Verzug. Pistorius entzog Damen den Auftrag, nachdem bereits mehr als 2 Mrd. Euro in das Projekt geflossen waren. Schließlich sollte die von Rheinmetall übernommene Werftengruppe NVL prüfen, zu welchen Kosten sie die F126 als neuer Generalunternehmer bauen könnte. Rheinmetall unterbreitete dem Verteidigungsministerium ein Angebot, das Kosten von rund 18 Mrd. Euro für die sechs Fregatten vorsah. Zudem hätten die Fregatten statt 2028 erst 2032 an die Bundeswehr übergeben werden können.

Rheinmetall will die fehlenden Umsätze durch andere Aufträge ausgleichen. Konzernchef Armin Papperger führt dazu Gespräche mit Verteidigungsminister Pistorius – Ausgang offen.

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