Stahlindustrie: Thyssenkrupp Steel will Ergebnis mehr als verdreifachen

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp setzt sich hohe Ziele: Das bereinigte Ebitda soll mittelfristig auf mindestens 1,2 Mrd. Euro steigen. Um das zu erreichen, setzt der Konzern auch auf Schutzmaßnahmen der EU

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp setzt sich hohe Ziele: Das bereinigte Ebitda soll mittelfristig auf mindestens 1,2 Mrd. Euro steigen. Um das zu erreichen, setzt der Konzern auch auf Schutzmaßnahmen der EU

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp will ihr Ergebnis in den kommenden Jahren deutlich verbessern. Mittelfristig peile das Unternehmen ein bereinigtes Ebitda von mindestens 1,2 Mrd. Euro an, sagte die Chefin von Thyssenkrupp Steel Europe, Marie Jaroni, auf dem Capital Markets Day des größten deutschen Stahlkonzerns.

Im Geschäftsjahr 2024/25 hatte die Stahlsparte ein bereinigtes Ebitda von 384 Mio. Euro erzielt. Die bereinigte Ebitda-Marge soll mittelfristig mindestens elf Prozent betragen, der Free Cashflow soll positiv sein. Aus sogenannten „Self-Help-Maßnahmen“ sollen mehr als 800 Mio. Euro zusammenkommen. Ein konkretes Jahr, in dem die Mittelfristziele erreicht werden sollen, nannte das Unternehmen nicht.

Der Chef des Mutterkonzerns Thyssenkrupp, Miguel Lopez, will für das konjunkturanfällige Stahlgeschäft Investoren gewinnen. „Die Verselbstständigung von Thyssenkrupp Steel Europe mit einer eventuellen Minderheitsbeteiligung der Thyssenkrupp AG bleibt das erklärte strategische Ziel“, bekräftigte der Konzern.

Der Stahlkocher treibt Kostensenkungen und den Abbau von bis zu 11.000 der einst rund 26.000 Stellen voran. Jaroni zufolge ist das Programm bereits bei rund 4000 Stellen umgesetzt worden. Positiv werde sich auch die Trennung von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) auswirken. Thyssenkrupp hatte seinen Anteil an den Salzgitter-Konzern weitergereicht.

EU-Schutzmaßnahmen sorgen für Rückenwind

Die europäische Stahlindustrie mit Playern wie Thyssenkrupp Steel, Salzgitter oder ArcelorMittal kämpft seit Jahren mit Überkapazitäten, hohen Energiekosten und der Billigkonkurrenz aus Fernost. Positive Impulse erwartet die Schwerindustrie von neuen Handelsschutzmaßnahmen der EU.

Diese sorgten für Schwung, sagte Jaroni, die seit November 2025 das Stahlgeschäft führt. Mehr als 80 Prozent des europäischen Flachstahlmarktes würden inzwischen von den neuen Quoten- und Zollregelungen erfasst, was zu einer höheren Marktstabilität und einem unterstützenden Preisumfeld beitrage.

Wichtigster Kunde für Thyssenkrupp Steel ist weiterhin die Automobilindustrie. Einbußen der Nachfrage bei europäischen Herstellern würden durch chinesische Autokonzerne mehr als wettgemacht, sagte Jaroni. Diese bauten Fabriken und etablierten Lieferketten, erklärte die Managerin mit Verweis auf Hersteller wie BYD oder Geely.

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