Volkswagen: Trotz E-Auto-Boom: VW-Gewinn bricht um ein Drittel ein

Trotz starker Nachfrage nach E-Autos rechnet der VW-Konzern mit einem Umsatzrückgang. Der Gewinn stagniert und das China-Geschäft schwächelt

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Trotz starker Nachfrage nach E-Autos rechnet der VW-Konzern mit einem Umsatzrückgang. Der Gewinn stagniert und das China-Geschäft schwächelt

Europas größter Autobauer Volkswagen stellt sich trotz einer hohen Nachfrage nach seinen elektrischen Kleinwagen auf schwächere Erlöse ein. Das Unternehmen rechnet nach Angaben vom Freitag nun für das Gesamtjahr mit einem Umsatzrückgang von bis zu drei Prozent, statt eines Wachstums von bis zu drei Prozent. 

VW-Chef Oliver Blume sprach von einem extrem herausfordernden Umfeld für die Autoindustrie und verwies auf geopolitische Krisen, Handelskonflikte, hohe regulatorische Anforderungen, volatile Märkte und einen verschärften Wettbewerb. Zugleich zeige die Neuausrichtung des Unternehmens Wirkung. Beim Gewinn rechnet das Unternehmen mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau.

In den ersten sechs Monaten sah es hier jedoch schlechter aus: Der Betriebsgewinn sank in dem Zeitraum um 11,6 Prozent auf 5,9 Mrd. Euro, unter dem Strich waren es mit 3,1 Mrd. Euro sogar gut 30 Prozent weniger. Dabei spielten vor allem das Aus für die Produktion des elektrischen ID.4 in den USA und andere Sondereffekte eine Rolle.

Die Auslieferungen fielen konzernweit um fast 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge, wie der Konzern bereits zuvor mitgeteilt hatte. Auf dem wichtigen Markt China sackten die Verkäufe sogar um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ab. Außerhalb Chinas sah es dagegen beim Verkauf etwas besser aus.

Finanzchef Arno Antlitz sagte, derzeit liege die operative Umsatzrendite mit 3,8 Prozent auf einem zu niedrigen Niveau und unterstreiche den Handlungsbedarf. „In einem Umfeld, in dem der Gesamtmarkt in China um 20 Prozent zurückgeht und chinesische Wettbewerber ihre Exporte und dadurch den Wettbewerbsdruck in Europa erhöhen, reichen die bislang geplanten Initiativen nicht aus.“ 

Streit um Blumes Sparpläne für VW

Blume hatte zuletzt mit dem Abbau von 50.000 Stellen gedroht und das damit begründet, dass die Gemeinkosten bei VW um 20 Prozent höher liegen als bei vergleichbaren Autobauern. Vier Werke in Deutschland stehen auf dem Prüfstand – zusätzlich zu den 50.000 Jobs, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen. 35.000 Stellen sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.

Von Gewerkschaft und Betriebsrat kommt bereits Widerstand gegen die weitergehenden Sparpläne. Ebenso vom Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist und zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellt. Zusammen mit den Arbeitnehmern stellen sie dort die Mehrheit. In dem Gremium fielen die Pläne Berichten zufolge dann auch zunächst durch. 

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