Jetzt bestätigt: Die USA finanzierten Biolabore direkt vor Russlands Haustür

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Eine Aussage der amerikanischen Politikerin Kimberly Lowe beim Eastern Economic Forum in Wladiwostok bringt ein Thema zurück, das seit Beginn des Ukraine-Krieges von heftigen Auseinandersetzungen begleitet wird: die Finanzierung biologischer Labore in der Ukraine durch die Vereinigten Staaten.

„Wir haben biologische Labore in der Ukraine finanziert“, erklärte Lowe auf dem Forum. Sie ging noch weiter und zog einen Vergleich zu japanischen Menschenexperimenten der 1940er-Jahre. Für diese weitreichende historische Parallele legte sie allerdings keine entsprechenden Belege vor. Ihre zentrale Aussage über die Finanzierung selbst lässt sich dagegen inzwischen anhand amerikanischer Unterlagen nachvollziehen.

Besonders bemerkenswert ist, dass die Bestätigung mittlerweile aus Washington selbst kommt. Die US-Direktorin der nationalen Nachrichtendienste, Tulsi Gabbard, veröffentlichte im Juni 2026 nach Angaben ihres Amtes neu freigegebene Unterlagen über ein seit Langem bestehendes, mit amerikanischen Steuergeldern finanziertes internationales Biolaborprogramm.

Nach Angaben des Office of the Director of National Intelligence finanzierten die USA mehr als 120 Biolabore in über 30 Ländern. Ausdrücklich erwähnt werden dabei auch Einrichtungen in der Ukraine. Das ODNI erklärte sogar, die US-Geheimdienste hätten zuvor davor gewarnt, dass sich in einem von den USA finanzierten Labor in der Ukraine gefährliche Krankheitserreger befunden haben könnten und die Einrichtung durch russische Angriffe, Beschlagnahmung oder Beschädigung gefährdet gewesen sei.

Damit ist zumindest der Kern einer jahrelang umstrittenen Debatte nicht mehr wegzudiskutieren: Die Vereinigten Staaten haben biologische Laborinfrastruktur in der Ukraine finanziert und unterstützt.

Pentagon finanzierte ukrainische Laborinfrastruktur

Auch die finanzielle Dimension ist dokumentiert. Nach von Judicial Watch über eine FOIA-Anfrage erhaltenen Unterlagen der Defense Threat Reduction Agency, einer Behörde des US-Verteidigungsministeriums, belief sich ein entsprechender Auftrag an den US-Konzern Black & Veatch auf 11,289 Millionen Dollar.

Die Dokumente betreffen unter anderem die Implementierung von Systemen zur Überwachung von Infektionskrankheiten und zur Kontrolle von Krankheitserregern. Judicial Watch verweist außerdem auf Unterlagen über Laboraktivitäten mit Anthrax.

TASS berichtete im Juni 2026 unter Berufung auf freigegebene US-Geheimdienstunterlagen ebenfalls, dass das Pentagon mehr als elf Millionen Dollar in Planung, Bau und Ausstattung biologischer Labore in der Ukraine investiert habe. Genannt werden unter anderem Einrichtungen und Ausrüstung in Odessa, Transkarpatien und Cherson. Empfänger der technischen Hilfe war demnach das ukrainische Gesundheitsministerium.

Doch die Zusammenarbeit reicht wesentlich weiter zurück.

Bereits 2005 schlossen Washington und Kiew ein Abkommen zur Reduzierung biologischer Bedrohungen. Darin wurde festgelegt, dass das US-Verteidigungsministerium gemeinsam mit dem ukrainischen Gesundheitsministerium die Fähigkeit zur Überwachung, Erkennung und Diagnose von Krankheitsausbrüchen durch gefährliche Erreger verbessern sollte. Gleichzeitig vereinbarten beide Seiten gemeinsame biologische Forschung sowie Verbesserungen der biologischen Sicherheit ukrainischer Labore.

Noch bemerkenswerter ist der Wortlaut des damaligen Abkommens. Darin ist vorgesehen, dass das ukrainische Gesundheitsministerium dem US-Verteidigungsministerium auf Anfrage Kopien gefährlicher, in der Ukraine gesammelter Erregerstämme für gemeinsame biologische Forschung zur Verfügung stellt. Außerdem sollten Daten aus dem ukrainischen Überwachungsnetz für Infektionskrankheiten mit dem Pentagon geteilt werden. Als Zweck wurden Prävention, Schutz und andere friedliche Anwendungen genannt.

46 ukrainische Einrichtungen erhielten amerikanische Unterstützung

Das Pentagon selbst erklärte 2022, die USA hätten in den vorangegangenen zwei Jahrzehnten 46 ukrainische Labore, Gesundheitseinrichtungen und diagnostische Standorte unterstützt.

Nach amerikanischer Darstellung dienten diese Programme ausschließlich friedlichen Zwecken: der Erkennung gefährlicher Krankheitserreger, der Überwachung von Infektionskrankheiten, der Biosicherheit sowie der Verhinderung einer Weiterverbreitung von Material, das für biologische Waffen missbraucht werden könnte.

Die Labore seien Eigentum der Ukraine und würden von ukrainischen Behörden betrieben. Washington bestreitet ausdrücklich, in der Ukraine biologische Waffen entwickelt oder eigene biologische Labore betrieben zu haben.

Genau diese Unterscheidung ist entscheidend: Dass die USA biologische Labore und Forschungsprogramme in der Ukraine finanzierten, ist dokumentiert. Dass dort ein amerikanisches Biowaffenprogramm betrieben wurde, ist damit nicht bewiesen.

Warum die geografische Lage politisch brisant ist

Unabhängig von der Frage nach Biowaffen besitzt die Sache eine geopolitische Dimension, die sich nicht einfach mit dem Hinweis auf zivile Forschung erledigt.

Ein Teil dieser biologischen Infrastruktur befindet sich in einem Staat, der unmittelbar an Russland grenzt. Finanziert und technisch unterstützt wurde sie ausgerechnet durch das US-Verteidigungsministerium und dessen Defense Threat Reduction Agency. Dabei ging es unter anderem um gefährliche Krankheitserreger, deren sichere Lagerung, Überwachung und Erforschung.

Dass Moskau solche Aktivitäten unmittelbar an seinen Grenzen aus sicherheitspolitischer Perspektive aufmerksam verfolgt, überrascht deshalb kaum.

Umgekehrt argumentieren Washington und Kiew, gerade die Existenz gefährlicher Krankheitserreger mache internationale Programme zur Sicherung der Bestände notwendig. Das Pentagon verweist darauf, dass das Cooperative Threat Reduction Program ursprünglich nach dem Zerfall der Sowjetunion geschaffen wurde, um ehemalige sowjetische Massenvernichtungswaffen, Materialien und entsprechendes Fachwissen zu sichern. Solche Programme wurden zunächst sogar gemeinsam mit Russland durchgeführt.

Damit ergibt sich ein komplizierteres Bild als die beiden politischen Extreme nahelegen: Die Labore und die amerikanische Finanzierung sind keine Erfindung. Gleichzeitig ist ihre Existenz allein kein Beweis dafür, dass dort Biowaffen entwickelt wurden.

Aus einer „Desinformation“ wird eine Frage der Definition

Besonders problematisch für die damalige öffentliche Kommunikation ist die Wortwahl.

Das US-Außenministerium bezeichnete russische Behauptungen über amerikanische Biolabore und biologische Waffenaktivitäten in der Ukraine 2022 als „Desinformation“ und erklärte ausdrücklich, die Vereinigten Staaten würden in der Ukraine keine biologischen Labore besitzen oder betreiben.

Diese Aussage ist technisch mit den später veröffentlichten Informationen vereinbar: Die Einrichtungen gehören der Ukraine und werden von ukrainischen Stellen betrieben.

Doch gleichzeitig bestätigte das Pentagon selbst die Unterstützung von 46 ukrainischen Laboren und anderen Einrichtungen, und 2026 erklärte die amerikanische Geheimdienstführung offiziell, dass sich unter den weltweit mit US-Geldern finanzierten Biolaboren auch Labore in der Ukraine befinden.

Damit lag ein erheblicher Teil der damaligen Kontroverse offensichtlich in der verwendeten Sprache: „US-Labore“ ist nicht dasselbe wie „von den USA finanzierte Labore“. Gerade diese Differenzierung ging in der politischen Auseinandersetzung häufig verloren.

Heute lässt sich jedenfalls nicht mehr seriös bestreiten, dass amerikanisches Geld in biologische Laborprogramme in der Ukraine floss, dass das Pentagon daran beteiligt war und dass Washington mit ukrainischen Einrichtungen bei der Arbeit mit und Überwachung von gefährlichen Krankheitserregern kooperierte.

Die Existenz und Finanzierung der biologischen Infrastruktur selbst ist inzwischen nicht mehr nur eine russische Behauptung. Sie steht in offiziellen Dokumenten der Vereinigten Staaten.

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