Handelskonzern: Russland stellt Vermögenswerte der Metro unter staatliche Verwaltung

Gerade hat Kremlchef Putin die Konzerne Nestlé und Auchan unter Zwangsverwaltung stellen lassen. Nun ist das Russland-Geschäft der Metro AG an der Reihe

Gerade hat Kremlchef Putin die Konzerne Nestlé und Auchan unter Zwangsverwaltung stellen lassen. Nun ist das Russland-Geschäft der Metro AG an der Reihe

Der russische Präsident Wladimir Putin hat das Russland-Geschäft der Metro AG unter Zwangsverwaltung nehmen lassen. Einen entsprechenden Erlass veröffentlichte der Kreml in Moskau. Demnach verwaltet die russische Managementgesellschaft Torg RUS vorübergehend 100 Prozent der Aktiva von Metro in Russland. Die Entscheidung fällt in eine Phase verschärfter Spannungen zwischen Moskau und Berlin wegen des Ukrainekriegs.

Das Dekret nannte keine Gründe für den Schritt. Der Handelskonzern war anders als zahlreiche andere westliche Unternehmen nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Land geblieben. Metro tue dies aus Rücksicht auf Mitarbeiter und Kunden, hatte der Konzern immer wieder erklärt. „Es war und ist auch für uns ein schwieriger Abwägungsprozess“, hatte das Unternehmen bereits 2023 erklärt. Metro hat noch 91 Märkte in Russland.

In diesem Monat stellte Putin bereits den Lebensmittelhersteller Nestlé und die französische Warenhauskette Auchan unter externe Verwaltung. Der Kreml erklärte dazu, dass es sich um Unternehmen aus sogenannten unfreundlichen Ländern handle, deren Staatsführungen durch die Hilfe für Kiew in den Ukrainekrieg verwickelt seien. Die Militärhilfe aus diesen Ländern werde aktiv von Kiew für Schläge gegen die zivil-wirtschaftliche Infrastruktur in Russland genutzt, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow gesagt. 

Die Ukraine wehrt sich auch mit Drohnenangriffen im russischen Hinterland gegen den Angriffskrieg, den Putin vor mehr als viereinhalb Jahren begonnen hatte. Dabei wurden zuletzt unter anderem Logistikzentren der größten russischen Online-Versandhandelsunternehmen Wildberries und Ozon zerstört oder beschädigt.

Metro AG blieb auch nach Kriegsbeginn in Russland

Russland hat im Zuge der vom Westen verhängten Sanktionen, darunter unter anderem die Beschlagnahmung von Staatsvermögen in der EU, mit Gegenmaßnahmen gedroht. Die russische Metro-Tochter teilte am Montag mit, der Betrieb laufe normal weiter und alle Verpflichtungen gegenüber Kunden würden erfüllt. Das Unternehmen äußerte sich nicht direkt zu dem Dekret.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein deutscher Amtskollege Johann Wadephul hatten sich am Wochenende am Rande der UN-Vollversammlung in New York zu Gesprächen über die Ukraine getroffen. Lawrow erklärte anschließend, er habe dabei keine neuen Erkenntnisse gewonnen. Deutschland wirft Russland einen versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle vor und hatte als Reaktion unter anderem die Schließung eines russischen Konsulats und eines Kulturzentrums in Berlin angeordnet. Moskau bestreitet die Vorwürfe. 

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