Faucis geheime Ebola-Aufzeichnungen lassen einem das Blut in den Adern gefrieren: Was wird uns noch alles verheimlicht?

Die jetzt bekannt gewordenen Aufzeichnungen von Anthony Fauci haben es in sich. Sie führen zurück ins Jahr 2016 und zu Experimenten des US-Militärforschungsinstituts USAMRIID in Fort Detrick. Primaten wurden dabei einem künstlich erzeugten Aerosol mit Ebola-Viren ausgesetzt – einer experimentellen Exposition, die das Virus tief in die Lunge brachte und laut den Unterlagen nicht dem natürlichen Infektionsweg entsprach. Finanziert wurde die Forschung ausgerechnet über Faucis eigene Behörde NIAID, die nach den veröffentlichten Dokumenten auch an der Planung beteiligt war.

Mike Benz, ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter des US-Außenministeriums und heutiger Leiter der Foundation for Freedom Online schreibt auf X:

Das US-Militär hat also Ebola in luftübertragene Partikel umgewandelt, um Tiere durch Einatmen zu infizieren. Dabei wurden geimpfte Tiere durch einatembares Ebola stärker geschädigt als ungeimpfte. Tony Fauci ist empört und sagt, das alles hätte geheim gehalten werden sollen, um das Vertrauen in Impfstoffe nicht zu untergraben.

Wichtig ist die genaue Formulierung: Die Forscher machten Ebola damit nicht genetisch zu einem „luftübertragbaren Virus“. Sie aerosolisierten das Virus für den Tierversuch, sodass die Tiere es einatmeten. Auch Just the News weist darauf hin, dass dies nicht als Gain-of-Function im engeren wissenschaftlichen Sinn gilt.

Doch dann kam ein Ergebnis, das Fauci offensichtlich alarmierte.

In seinen Aufzeichnungen hielt er fest, dass bei den gegen Ebola geimpften Versuchstieren nach der Aerosol-Exposition stärkere Entzündungen in der Lunge beobachtet worden seien als bei ungeimpften Tieren. Gleichzeitig schrieb er, dass nahezu alle Tiere nach der Aerosol-Exposition starben. Die Experimente sollten deshalb klären, ob der beobachtete Unterschied tatsächlich reproduzierbar und relevant war.

Fauci schrieb dazu, die Vorstellung, der Impfstoff könne Schaden verursachen, bereite erhebliche Sorgen.

Und dann folgt der vielleicht explosivste Teil der Geschichte.

Als Fauci von den Experimenten und der Weitergabe der Ergebnisse erfuhr, schrieb er über die Forscher bei USAMRIID:

„Was für Idioten.“

Sein nächster Satz war noch deutlicher:

„Das hätte ein geheimes Experiment sein sollen, das überhaupt niemals hätte durchgeführt werden dürfen.“

Fauci sorgte sich laut seinen Aufzeichnungen zugleich darum, dass die Ergebnisse das Vertrauen in die Ebola-Impfprogramme in den damals von Ausbrüchen betroffenen afrikanischen Staaten beschädigen könnten.

Nicht nur das Experiment – auch die Öffentlichkeit wurde zum Problem

Genau hier bekommt die Geschichte eine Dimension, die weit über einen missglückten Tierversuch hinausgeht.

Fauci schrieb nicht einfach nur, das Experiment sei wissenschaftlich unsinnig gewesen. Nach den veröffentlichten Unterlagen vertrat er die Auffassung, solche Forschungen beziehungsweise die sensiblen Ergebnisse hätten geheim gehalten oder klassifiziert werden sollen. Zugleich beschäftigte ihn die mögliche Wirkung der Ergebnisse auf das öffentliche Vertrauen in Impfstoffe.

Das beweist nicht, dass Fauci eine konkrete Vertuschungsaktion anordnete. Aber die dokumentierte Denkweise wirft eine legitime und weitreichende Frage auf: Wenn wissenschaftliche Ergebnisse das Vertrauen der Bevölkerung in eine medizinische Maßnahme erschüttern könnten – soll die Öffentlichkeit sie trotzdem erfahren?

Faucis eigene Aufzeichnungen zeigen zumindest, dass diese Abwägung damals tatsächlich eine Rolle spielte.

Besonders pikant: Offenbar wusste Fauci zunächst selbst nicht, dass seine eigene Behörde NIAID die betreffenden Aerosol-Studien finanziert hatte. Wenige Tage später verlangte er intern vollständige Informationen über die Zusammenarbeit mit dem Militär und drohte Konsequenzen an, falls ihm Mitarbeiter etwas verschweigen sollten.

Die Ironie ist kaum zu übersehen: Fauci verlangte intern „die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit“, während er gleichzeitig der Ansicht war, das brisante Experiment hätte klassifiziert werden sollen.

Was erfahren wir erst zehn Jahre später?

Senator Rand Paul, Vorsitzender des zuständigen Heimatschutzausschusses des Senats, interpretiert die Unterlagen noch schärfer. Für ihn zeigen sie ein System, in dem riskante Forschung nicht konsequent verhindert, sondern bei problematischen Ergebnissen eher vor der Öffentlichkeit abgeschirmt werden sollte. Das ist Pauls politische Schlussfolgerung – die Dokumente allein beweisen kein systematisches Vertuschungsprogramm.

Aber eines lässt sich kaum wegdiskutieren: Die Öffentlichkeit erfährt 2026 aus Faucis privaten Aufzeichnungen Einzelheiten über hochriskante Ebola-Experimente aus dem Jahr 2016, über deren Finanzierung durch NIAID und über Faucis damaligen Wunsch nach Geheimhaltung.

Und damit steht eine Frage im Raum, die weit über Anthony Fauci hinausgeht:

Wenn solche Informationen erst ein Jahrzehnt später durch Untersuchungen des US-Senats ans Licht kommen – was wissen wir über andere staatlich finanzierte Hochrisiko-Experimente bis heute nicht?

Das ist keine Behauptung über unbekannte Experimente. Es ist eine Frage nach Transparenz, Kontrolle und danach, wer entscheidet, welche wissenschaftlichen Risiken und Ergebnisse die Öffentlichkeit erfahren darf.

Gerade nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre ist diese Frage alles andere als nebensächlich.

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