Leere Regale in Kiew: Warum plötzlich Gemüse, Fleisch und Milch fehlen

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Seit Anfang August fehlen in mehreren Kiewer Supermärkten immer wieder frisches Gemüse, Obst, Milchprodukte und Fleisch. Viele Ukrainer machen ihrem Unmut darüber in den sozialen Medien Luft. Ursache sind vorrangig erhebliche Störungen in den Lieferketten, nachdem zentrale Lager- und Verteilzentren in der Region Kiew beschädigt wurden.

Die betroffenen Handelsketten versuchen, ihre Warenströme über andere Lager und alternative Lieferwege aufrechtzuerhalten. Dennoch sind die Folgen für die Hauptstadt inzwischen deutlich sichtbar.

Anfang August wurde die Region Kiew massiv angegriffen. Dabei wurden auch wichtige Einrichtungen der zivilen Logistik getroffen. Betroffen waren unter anderem Lager- und Verteilzentren von Supermarktketten sowie Anlagen großer Handels- und Logistikunternehmen.

Bei zwei Verteilzentren der „Fozzy Group“, zu der die Supermarktketten „Silpo“ und „Fora“ gehören, entstanden erhebliche Schäden. Auch die ukrainische Supermarktkette „Novus“ meldete schwere Schäden an einem zentralen Logistikzentrum. Die Anlage ist für das Unternehmen von besonderer Bedeutung, da von dort ein großer Teil des Filialnetzes beliefert wird.

Auch andere Unternehmen verloren wichtige Lagerkapazitäten. Damit fiel innerhalb kurzer Zeit ein Teil jener Infrastruktur aus, über die Waren normalerweise von Produzenten und Großhändlern in die Supermärkte gelangen. Vor allem bei Produkten, die regelmäßig nachgeliefert werden müssen, kommt es zu Engpässen. Dazu gehören Obst und Gemüse, Milchprodukte, Fleisch und Fisch. Auch bei einzelnen anderen Warengruppen kommt es zu Verzögerungen.

In vielen Filialen treffen die Waren deutlich später ein als üblich. Sind bestimmte Produkte wieder verfügbar, sind sie teilweise innerhalb kurzer Zeit erneut ausverkauft. Gleichzeitig nehmen die Hamsterkäufe zu. Andere Geschäfte können ihre Regale bislang schneller auffüllen, weil sie noch auf alternative Lager oder Lieferanten zurückgreifen können. Wie lange diese Ausweichmöglichkeiten noch ausreichen, ist jedoch unklar. Die alternativen Lieferwege sind zudem aufwendiger und teurer als die bisherige Versorgung über zentrale Logistikzentren.

„Fora“, eine zur „Fozzy Group“ gehörende Supermarktkette, erklärte, durch die Zerstörung wichtiger Lager seien große Mengen an Waren, Ausrüstung und anderen Betriebsmitteln verloren gegangen. Die Filialen der Kette blieben dennoch geöffnet.

Die Engpässe fallen zudem stärker auf, weil Kunden, wie bereits erwähnt, größere Mengen einkaufen und damit die sogenannten Hamsterkäufe zunehmen. Wer mit weiteren Lieferproblemen rechnet, nimmt vorsichtshalber zusätzliche Waren mit. Dadurch leeren sich  einzelne Regale noch schneller.

Nach Einschätzung des Kiewer Regimes dürften die derzeitigen Störungen nicht automatisch zu einem kritischen Mangel an Grundnahrungsmitteln führen. Die Realität sieht jedoch anders aus: Eine schnelle Rückkehr zum normalen Betrieb ist derzeit nicht absehbar. Viele Lieferanten verfügen nicht über genügend eigene Transportkapazitäten, um die ausgefallenen zentralen Verteilstrukturen vollständig zu ersetzen.

Die Handelsketten suchen deshalb nach Ersatzlösungen. Waren werden teilweise über andere Lager verteilt oder direkt von den Produzenten zu einzelnen Filialen transportiert. Diese Wege sind allerdings aufwendiger und teurer als die bisherige Versorgung über zentrale Logistikzentren.

Nach ukrainischen Angaben wurden seit Beginn der jüngsten Angriffswelle auf die Logistikbranche landesweit große Lagerflächen beschädigt. Besonders betroffen ist die Region Kiew, in der sich ein bedeutender Teil der ukrainischen Handels- und Logistikinfrastruktur konzentriert.

Für die Hauptstadt bedeutet die derzeitige Situation vor allem eine Unterbrechung eingespielter Lieferketten. In den östlichen und südlichen Gebieten der Ukraine ist die Versorgungslage dagegen wesentlich schwieriger. Dort erschweren zerstörte Infrastruktur und eingeschränkte Transportmöglichkeiten die Versorgung der Bevölkerung zusätzlich. 

Die Situation in Kiew zeigt damit, wie abhängig moderne Städte von einer funktionierenden Logistikinfrastruktur sind. Lebensmittel müssen nicht grundsätzlich knapp sein, damit Regale leer bleiben. Es reicht bereits, wenn Lager, Verteilzentren und Transportwege über längere Zeit ausfallen.

Das Kiewer Regime versucht derzeit, die Bevölkerung zu beruhigen und den Eindruck zu vermitteln, dass es sich lediglich um eine vorübergehende Störung handelt. Noch ist Kiew von einer allgemeinen Lebensmittelkrise weit entfernt. Die leeren Regale zeigen jedoch, wie schnell Störungen in der Logistik den Alltag der Bevölkerung erreichen können.

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