Die nächste Stufe des Überwachungsstaats: US-Geheimdienst arbeitet an KI zur Ferndiagnose von Menschen

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Was heute als medizinische Innovation verkauft wird, könnte morgen zu einem der mächtigsten Überwachungsinstrumente der Geschichte werden.

Die Forschungsbehörde der US-Geheimdienste IARPA arbeitet mit dem Programm MOVES an einer Künstlichen Intelligenz, die anhand gewöhnlicher Videoaufnahmen neurologische Erkrankungen erkennen soll. Nach offiziellen Angaben soll die Technologie Ärzte unterstützen und aus Videos – selbst unter schwierigen Bedingungen – Hinweise auf Krankheiten ableiten. Gleichzeitig beschreibt IARPA als langfristige Vision die Entwicklung von Werkzeugen, mit denen sich Gesundheitsmerkmale einzelner Personen und sogar ganzer Bevölkerungen aus öffentlich verfügbaren Daten bewerten lassen. (iarpa.gov)

Damit wird eine Grenze überschritten, die bislang als selbstverständlich galt: Bisher dienten Kameras dazu, Menschen zu identifizieren oder ihre Bewegungen zu verfolgen. Künftig könnten dieselben Kameras auch Rückschlüsse auf ihren Gesundheitszustand ziehen.

Offiziell geht es um medizinische Diagnostik. Doch entwickelt wird die Technologie ausgerechnet von der Forschungsbehörde der US-Geheimdienste – nicht von einem Gesundheitsministerium. Das wirft zwangsläufig die Frage auf, ob solche Systeme langfristig ausschließlich im Gesundheitswesen eingesetzt werden oder auch für Sicherheits- und Überwachungszwecke genutzt werden könnten. Die veröffentlichte Programmbeschreibung nennt eine solche Nutzung zwar nicht, sie schließt sie aber auch nicht ausdrücklich aus.

Und wenn diese Technologie bereits während COVID existiert hätte?

Diese Frage zeigt, warum die Entwicklung viele Menschen beunruhigt.

Während der Pandemie wurden Kontaktverfolgung, Impfnachweise, Zugangsbeschränkungen und digitale Gesundheitszertifikate in zahlreichen Ländern eingeführt. Wäre zusätzlich eine KI verfügbar gewesen, die aus gewöhnlichen Überwachungskameras oder Handyvideos automatisiert Hinweise auf mögliche Erkrankungen ableiten kann, hätte dies ganz neue Möglichkeiten eröffnet – etwa Menschen automatisiert als medizinisch auffällig einzustufen oder gezielt zur weiteren Untersuchung auszuwählen.

Ob solche Anwendungen technisch zuverlässig, rechtlich zulässig oder tatsächlich eingeführt worden wären, lässt sich nicht sagen. Allein die Möglichkeit verdeutlicht jedoch, warum neue Diagnose-KI nicht nur medizinische, sondern auch erhebliche Fragen zu Datenschutz, Freiheitsrechten und demokratischer Kontrolle aufwirft.

Wer kontrolliert diese Technologie – und wer schützt die Bürger davor, dass aus medizinischer Diagnostik eines Tages digitale Gesundheitsüberwachung wird?

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