Künstliche Intelligenz im Dienst der humanitären Hilfe

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen bereitet Feldversuche mit ferngesteuerten Fahrzeugen vor, die mit KI-Technologien ausgestattet sind

Künstliche Intelligenz beschränkt sich längst nicht mehr auf humanoide Roboter oder virtuelle Assistenten. Auf dem AI for Good Summit präsentierten mehrere humanitäre Organisationen Projekte, die die Lieferung von Hilfsgütern erleichtern, die Reaktion auf Katastrophen beschleunigen und Flüchtlinge besser unterstützen sollen.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP), das für Nahrungsmittelhilfe zuständig ist, bereitet unter anderem Feldtests mit ferngesteuerten Fahrzeugen vor, die mit Technologien der künstlichen Intelligenz und teilautonomen Fähigkeiten ausgestattet sind.

Die Fahrzeuge mit dem Namen „SHERP“ sind imposante Geländefahrzeuge mit einer Höhe von rund 2,70 Metern. Sie wurden ursprünglich in der Ukraine entwickelt, um in extremen und schwer zugänglichen Umgebungen eingesetzt zu werden. Mithilfe von KI können sie aus der Ferne gesteuert werden und in gefährlichen Gebieten operieren, in denen ein menschlicher Einsatz besonders riskant wäre.

Ihr größter Vorteil besteht darin, abgelegene Regionen oder Gebiete zu erreichen, die aufgrund von Konflikten, Naturkatastrophen oder fehlender Straßeninfrastruktur bislang kaum zugänglich sind. Zudem könnten sie die Kosten für Hilfslieferungen erheblich senken – insbesondere im Vergleich zum Einsatz von Hubschraubern.

Für das Welternährungsprogramm könnte diese Technologie künftig den Zugang zu Bevölkerungsgruppen ermöglichen, die bisher von humanitären Hilfsmaßnahmen kaum erreicht werden konnten. Geplant ist ein möglicher Einsatz der Fahrzeuge unter anderem im Sudan, Südsudan und in Uganda.

Erste Testläufe wurden bereits in Deutschland durchgeführt. Feldversuche unter realen Bedingungen sind für das Jahr 2028 in Uganda geplant, um die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge in besonders anspruchsvollen Einsatzgebieten zu bewerten.

Unter den rund 200 Ausstellern des Gipfels befanden sich außerdem humanoide Roboter, emotionale Begleitroboter sowie verschiedene von den Vereinten Nationen entwickelte Anwendungen.

Das Hohe Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) stellte unter anderem einen virtuellen Rechtsassistenten auf Basis künstlicher Intelligenz vor. Das System richtet sich an Anwälte und Juristen, die Flüchtlinge in unterschiedlichen nationalen Rechtssystemen vertreten.

Ziel ist es, die Bearbeitung von Fällen schneller und effizienter zu gestalten, indem relevante Gesetzestexte und Informationen leichter gefunden werden können. Nach Angaben der Entwickler kann die Beschleunigung solcher Verfahren entscheidend sein und dazu beitragen, das Leben vieler Flüchtlinge zu retten.

Ein weiteres vorgestelltes Projekt trägt den Namen DISHA. Dabei handelt es sich um ein Datenanalyseprogramm für soziale und humanitäre Einsätze. Das Projekt basiert unter anderem auf Partnerschaften mit privaten Unternehmen wie Google, um humanitären Organisationen Daten sowie KI-Modelle zur Verfügung zu stellen.

Diese Technologien sollen Einsätze nach Naturkatastrophen beschleunigen und verbessern. So kann künstliche Intelligenz beispielsweise Satellitenbilder vor und nach einem Erdbeben innerhalb kurzer Zeit auswerten, das Ausmaß der Schäden einschätzen, zerstörte Gebäude identifizieren und jene Gebiete bestimmen, in denen Hilfe am dringendsten benötigt wird.

Ob bei der Lieferung von Nahrungsmitteln in abgelegene Regionen, beim Schutz der Rechte von Flüchtlingen oder bei der Bewertung der Folgen von Naturkatastrophen – künstliche Intelligenz eröffnet humanitären Organisationen neue Möglichkeiten. Sie soll den Menschen nicht ersetzen, sondern dazu beitragen, humanitäre Hilfe schneller, präziser und wirkungsvoller zu machen.

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