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Die Deutsche Börse änderte vor nicht allzu langer Zeit extra für SAP die Regeln – dem Aktienkurs hat es nicht geholfen. Daniel Saurenz über Verlierer, Gewinner und Comeback-Kandidaten des Börsenjahres
Eine Geschichte wie diese schreibt meist nur die Börse: Für die Listenplätze 39 und 40 der bestgelaufenen Aktien der letzten zwölf Monate spuckt die Münchner Börse ausgerechnet SAP und Rheinmetall aus. Was für ein Desaster! Immerhin waren die Erwartungen an diese Unternehmen hoch. „Vor nicht allzu langer Zeit wurde wegen SAP über die Gewichtung der Dax-Stars im Leitindex diskutiert und man feierte Rheinmetall auf der 200-Euro-Marke“, so Thomas Soltau von Smartbroker.
Auf dem Podium der vergangenen zwölf Monate thronen nach Berechnungen von CMC Markets dagegen zwei Unternehmen, die dem Index in den Vorjahren massiv hinterhergelaufen waren: Bayer und Infineon. Auf das Gewesene gibt der Kaufmann also rein gar nichts.
Doch manche Dax-Konzerne kommen auch ohne Extreme aus: So spielt etwa die Allianz über viele Jahre hinweg gleichmäßig oben mit, auch 2026. An der Börse zählen Fakten, obwohl das Retro-Marketing mit den Werbespots aus den 80er-Jahren sicherlich auch nicht geschadet hat. Auf zwölf Monate stehen jetzt im Vergleich zum Dax stolze 20 Plusprozente.
Zumal der Dax seit Jahresbeginn nur knapp im Plus liegt – und das spiegelt sich auch beim Blick unter die Indexoberfläche wider: Nur dank der Kursgewinne weiterer Schwergewichte, wie Siemens, Siemens Energy und Deutsche Telekom, steht die schwarze Null.
Außerdem zeigt sich, dass man die Verlierer der ersten fünf Monate nicht vorschnell abschreiben sollte – ein gutes Beispiel dafür ist diesmal Münchener Rück. Das Minus von 20 Prozent seit Jahresbeginn schmerzt auf den ersten Blick, die Ursachen sind jedoch vielfältig. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass der Kurs zuvor, bis Mitte 2025, um 180 Prozent gestiegen war. Viele, möglicherweise auch überzogene Zukunftserwartungen, wurden somit durch den Rückgang zum Jahresbeginn bereits ausgepreist.
Aus antizyklischer Sicht wird die Aktie dadurch wieder interessant, denn die Bewertungsrelationen haben sich deutlich verbessert. Mit einem erwarteten KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von neun für 2026 zählt die Münchener Rück zu den sieben günstigsten Titeln im Dax und notiert klar unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Gleichzeitig ist die Dividendenrendite wieder auf rund 5,5 Prozent gestiegen. Aus Sicht der Markttechnik fällt vor allem der Abschlag von 15 Prozent zur 200-Tage-Linie auf. Dies ist der höchste Discount seit dem Corona-Schock. Natürlich gibt es an der Börse keine Garantie für ein Comeback – aber eben auch keine Garantie, dass ehemalige Stars oben bleiben.